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Phosphor

Physiologie, Funktionen, Vorkommen, Referenzwerte und Versorgung in Deutschland

Anna Stahl, Düsseldorf; Helmut Heseker, Paderborn

Phosphorverbindungen sind für Aufbau und Funktion aller Organismen notwendig. Dafür ist nicht nur die ausreichende Zufuhr notwendig, sondern auch die Aufrechterhaltung der Balance zwischen intra- und extrazellulärem Phosphat. Phosphor ist in Lebensmitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs enthalten, insbesondere in proteinreichen Lebensmitteln. Bei Gesunden kommen Unter- und Überversorgung mit Phosphor praktisch nicht vor. Bei verschiedenen Erkrankungen auftretende Hypo- oder Hyperphosphatämien können aber lebensbedrohlich sein.

Funktionen

  • Phosphor ist das sechsthäufigste Element im Körper und von herausragender Bedeutung im Organismus. Im Körper kommt Phosphor nicht elementar, sondern an Sauerstoff und Wasserstoff gebunden in Form von Phosphaten vor.
  • Zusammen mit Kalzium ist Phosphor im Hydroxylapatit Hauptbestandteil des anorganischen Knochengewebes.
  • Membranen benötigen Phosphor als Bestandteil von Phospholipiden.
  • Alle Prozesse zur Energiespeicherung und -bereitstellung sind von Phosphor abhängig. Beispielhaft seien die dafür benötigten Verbindungen Adenosintriphosphat (ATP) und Kreatinphosphat genannt, die durch Phosphorylierung entstehen. Phosphorylierungen werden durch Kinasen, Dephosphorylierung durch Phosphatasen katalysiert.
  • Von Phosphor sind über 2000 (!) chemische Reaktionen im Organismus abhängig. Dafür ist die Aufrechterhaltung der optimalen Balance zwischen intra- und extrazellulärem Phosphat notwendig. Nahezu alle Enzyme benötigen Phosphor, und diverse Hormone müssen zur Aktivierung ebenfalls phosphoryliert werden.
  • Im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel wird Phosphor benötigt, z. B. um Glucose-6-Phosphat und Glycerol-3-Phosphat zu bilden.
  • Phosphor im Dihydrogenphosphat-/Hydrogenphosphat-System ist außerdem wichtig für die Säure-Base-Regulation (d. h. Aufrechterhaltung des pH-Wertes) im Blutplasma und bei der renalen Regulation der Protonen-Balance.
  • Phosphor ist wichtiger Bestandteil der Nucleinsäuren.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 09/11 ab Seite 498.

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