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Stiftung Kindergesundheit: Untergewicht bei Kindern häufig Folge chronischer Krankheiten

In der überwiegenden Zahl der Fälle hat Untergewicht bei Kindern in Deutschland nichts mit einem Mangel an Nahrung zu tun, sondern ist ein Begleitsymptom von länger dauernden oder chronischen Erkrankungen. Fast jedes vierte Kind, das ins Krankenhaus muss, zeigt Symptome einer Unterernährung, berichtet die Stiftung Kindergesundheit.

Ein Netzwerk von 14 Kliniken in 12 europäischen Ländern hat sich nun zum Ziel gesetzt, die Risiken von Kindern zu erforschen, die mit Untergewicht in eine Kinderklinik aufgenommen werden. In die Studie eingeschlossen werden über 2000 Kinder. Die Studie wird von der europäischen Fachgesellschaft ESPEN (www.espen.org) finanziert und vom Studienzentrum in München unter Leitung von Prof. Dr. Berthold KOLETZKO, Dr. Astrid RAUH-PFEIFER und Christina HECHT koordiniert. Mit den Ergebnissen ist im Laufe des Jahres 2012 zu rechnen.

Eine vorangehende Pilotstudie im Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München erbrachte bereits wichtige Erkenntnisse: 19 % der in die Münchner Klinik aufgenommenen Kinder hatten Untergewicht. Diese mussten länger in der Klinik bleiben, litten häufiger unter Fieber, Durchfall und Erbrechen und benötigten häufiger Antibiotika und eine Ernährungstherapie als Normalgewichtige. Fazit der Münchner Koordinatoren der Pilotstudie: „Eine krankheits-assoziierte Unterernährung ist bei Kindern erschreckend häufig. Trotz der hohen Zahl untergewichtiger kindlicher Patienten bestehen in Deutschland große Defizite bei der gezielten Diagnose und der klinischen Ernährungstherapie in den Kinderabteilungen. Es fehlt an Fachpersonal, Ernährungsteams und an der Geräteausstattung. Unterernährung wird viel zu häufig ‚übersehen’ und bleibt ohne konsequente Therapie. Das hat schwerwiegende Konsequenzen für die Patienten.“

Eltern, die sich um das richtige Gedeihen ihres Kindes sorgen, sollten einen Kinder- und Jugendarzt zu Rate ziehen, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. Nimmt das Kind nicht zu, ist es auffallend blass und hat eine trockene, dünne und rissige Haut, besteht Verdacht auf eine Gedeihstörung. Bei schweren Störungen kann es zu erheblichen Gewichtsverlusten kommen, die Haut wird faltig, das Kind bewegt sich wenig, isst nicht und quengelt viel. Der herangezogene Kinder- und Jugendarzt muss versuchen, die Ursache für die Gedeihstörung herauszufinden. Manchmal steckt eine chronische Krankheit wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Mukoviszidose, eine Überfunktion der Schilddrüse, Leber- oder Nierenkrankheiten dahinter. Lebensmittelunverträglichkeiten wie auch seelische Probleme können Bauchweh und Durchfall auslösen oder den Appetit verderben. Quelle: Stiftung Kindergesundheit, Pressemeldung vom 12.10.2011

Den Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 12/11 auf Seite 650.

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