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Ernährungswende in deutschen Küchen

Interview mit Hanni Rützler, Wien

Die Ernährungs- und Esskultur in Deutschland hat sich in den letzten 100 Jahren enorm verändert: von Kolonialwaren, Kriegsrezepten und Küchenwundern über die Wirtschaftswunderküche mit Toast Hawaii und Fertigprodukten bis ins neue Jahrtausend, das klassische Rezepte und eine gesunde Ernährung miteinander verbindet. Viele Traditionen sind bis heute erhalten geblieben. Wie werden die nächsten zehn Jahre aussehen, welche Veränderungen kommen auf uns zu? Mag. Hanni RÜTZLER, Ernährungswissenschafterin, Foodtrend-Forscherin und Gesundsheitspsychologin vom futurefoodstudio in Wien zeigt uns die Trends der Zukunft auf.

Frau RÜTZLER, wie sehen Sie die Deutsche Gesellschaft in zehn Jahren? Essen wir noch zuhause oder gibt es demnächst alles im Coffeeshop um die Ecke „To Go“!?
RÜTZLER: Natürlich werden wir auch in zehn Jahren noch zuhause essen. Aber die Art und Weise, wie wir das tun, wird sich weiter verändern. Auf der einen Seite wird der Convenience-Anteil in der Alltagsküche weiter zunehmen. Dies löst gleichzeitig aber auch einen Gegentrend aus. Denn Individualisierung, zunehmende berufliche Mobilität und Flexibilität, die Virtualisierung vieler Aspekte unserer Arbeit und Kommunikation lassen auch die Nachfrage nach realen Bindungen, nach Sinn sowie nach Beziehungsqualität steigen.

Und damit rücken auch das avancierte Kochen und das gemeinsame Essen wieder in den Mittelpunkt, weil sich die Nachfrage nach Sinn und Orientierung damit gut befriedigen lässt. Dazu kommt: Individualisierung, Emanzipation und neue Arbeitsverhältnisse haben Frauen schrittweise aus ihrer traditionellen Rolle des alleinverantwortlichen „Küchenchefs“ befreit. Ermöglicht wurde das durch Innovationen der Lebensmittelindustrie (Tiefkühl- und andere Convenience-Produkte) sowie in der Haushaltstechnik; durch Produkte und Services, die eine schnelle und unaufwändige Alltagsküche gewährleisten, die weniger Zeitaufwand und Know-how erfordert.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 07/12 von Seite 302 bis 395.

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