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Schilddrüsenfunktionsstörungen und Diabetes mellitus – eine unterschätzte Interaktion

Petra-Maria Schumm-Draeger, München

Der Beitrag beschreibt Veränderungen der Schilddrüsenfunktion bei bestehendem Diabetes mellitus sowie Auswirkungen von Schilddrüsenfunktionsstörungen auf den Kohlenhydratstoffwechsel bei Menschen mit Diabetes, aber auch bei zuvor stoffwechselgesunden Personen. Im Weiteren wird die Relevanz der Interaktion zwischen Schilddrüsenfunktionsstörungen und Diabetes mellitus für Ernährungs- und Diabetesberater bei der Anpassung des Blutzuckerprofils, der Insulindosierung und des Ernährungsplans aufgezeigt.

Das gleichzeitige Vorkommen eines Diabetes mellitus sowohl des Typ-1 als auch des Typ-2 mit verschiedenen Hormonerkrankungen (z. B. der Schilddrüse, der Nebenniere, der Hirnanhangdrüse) wird häufig beobachtet. Dabei kann eine chronisch schlechte Stoffwechselführung des Typ-1- und des Typ-2-Diabetikers Hormonparameter verändern. Eine akute Stoffwechselentgleisung des Diabetikers hingegen kann auf eine sich neu manifestierende Hormonerkrankung hinweisen und muss immer Anlass zu entsprechender Diagnostik und Therapie sein. Es gilt also, Veränderungen der hormonellen Funktion bei bestehendem Diabetes mellitus und umgekehrt Auswirkungen von Hormonstörungen (endokrinologischen Funktionsstörungen) auf den Kohlenhydratstoffwechsel bei Diabetikern und auch zuvor stoffwechselgesunden Personen zu bedenken.

Von besonderer Bedeutung für Menschen mit Diabetes mellitus ist die Entwicklung einer Funktionsstörung der Schilddrüse, sowohl im Sinne einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) als auch einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Bei der Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu einer Verstärkung der Insulinresistenz sowie einer Hemmung der Insulinausschüttung und damit zu Störungen der Glukosetoleranz und darüber hinaus zu Stoffwechselentgleisungen bei schon bestehendem Diabetes mellitus. Hingegen führt die Schilddrüsenunterfunktion zu einem sinkenden Insulinbedarf des Diabetikers, sodass die Gefahr einer Hypoglykämie deutlich verstärkt wird.

Darüber hinaus muss erwähnt werden, dass die autoimmun ausgelöste Unterfunktion der Schilddrüse signifikant häufiger bei Typ-1-Diabetikern auftritt und hier bereits in viel jüngeren Lebensjahren. Zu fordern ist, dass mindestens einmal jährlich die Schilddrüsenfunktion überprüft und bei Veränderungen eine entsprechende Therapie eingeleitet wird, um Gefährdungen der Menschen mit Typ-1-Diabetes mellitus zu vermeiden.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 03/08 ab Seite 152.

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