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Perinatale Programmierung

Wieso entwickelt sich bei vergleichbaren Umweltbedingungen das Körpergewicht von Personen unterschiedlich? Ist diese Varianz nur genetisch bedingt oder spielen auch andere Faktoren eine Rolle? Das Konzept der perinatalen Programmierung geht davon aus, dass fundamentale Stoffwechselprozesse – neben der genetischen Anlage – im Mutterleib und in den ersten Monaten nach der Geburt geprägt werden.

Prof. Dr. Andreas Plagemann
Prof. Dr. Andreas
Plagemann
Dieses vergleichsweise neue Forschungsgebiet ist einer der Arbeitsschwerpunkte von Prof. Dr. med. Andreas PLAGEMANN, Charité Berlin, den wir zu Kernpunkten dieses wichtigen Themas befragt haben. Das Interview führte Frau Dr. Eva Leschik-Bonnet.

EU: Herr Prof. Plagemann, was ist gemeint, wenn man von perinataler Programmierung spricht?

PLAGEMANN: Um dies zu verstehen, ist es zunächst hilfreich, sich die wissenschaftshistorischen Wurzeln des Konzeptes vor Augen zu führen. Diese sind eng verknüpft mit den Beobachtungen von Konrad LORENZ zur frühen Verhaltensprägung, wonach Umwelt- und Kontaktreize in frühen, kritischen Entwicklungsphasen zu langfristig fixierten Verhaltens- und Bindungsmustern führen.

Dem Konzept der Perinatalen Programmierung liegt nun zugrunde, dass neben Verhalten und höheren zentralnervösen Funktionen auch ganz grundlegende Lebensprozesse einer frühen Prägung unterliegen (perinatal = Zeitspanne über die letzten Monate vor und die ersten nach der Geburt). Hiermit sind fundamentale Funktionen des Organismus gemeint wie Stoffwechsel, Wachstum, Körpergewichtsregulation und Reproduktion. Prozesse also, die entscheidend auf neurovegetativer Ebene reguliert werden.

Auch das neurovegetative System unterliegt offenbar einer frühen Prägung durch Umweltsignale, die ihm bereits im Mutterleib durch das intrauterine Milieu angeboten werden. Das Intrauterinmilieu stellt dabei vermutlich eine Art Trainings- und Eichprogramm für fundamentale Regelfunktionen des Organismus dar.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 08/09 ab Seite B 29.

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Weitere Informationen zum Download des Artikels finden Sie hier: Service

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