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Special Ernährungsbildung: Wie lernen Kinder Essen und Trinken?

Ernährungsbildung zu Hause und/oder in Schule und Kindergarten?

Eva Barlösius, Hannover

Foto: iStock. Essen und Trinken lernen Kinder heute nicht mehr nur in der Familie. Kindergärten und Schulen müssen einen Teil der Verantwortung übernehmen.„Sich ernähren“ ist in der Wohlstandsgesellschaft zu einer komplexen Aufgabe geworden. Waren früher die Ansprüche befriedigt, wenn die Familie satt war, soll das Essen heute abwechslungsreich, wohlschmeckend, gesund, umweltverträglich u. a. sein. Die dazu notwendige Ernährungsbildung findet zunächst in den Familien statt. Kindergärten und Schulen sind aber gefordert, einen Teil der Aufgaben zu übernehmen. Frau Prof. Eva Barlösius von der Leibniz Universität Hannover, Beirätin der Ernährungs Umschau, stellt sich den Fragen zum Thema.

EU: Essen und trinken kann jeder, so scheint es. Was erfuhren wir vor 30 Jahren und was erfahren wir heute zur Ernährungsbildung?

BARLÖSIUS: Offenbar ist es insbesondere beim Essen und Trinken verbreitet, vergangene Zeiten zu idealisieren: Früher hat es besser geschmeckt, die Menschen haben sich gesünder ernährt und sich mehr Zeit für die Mahlzeiten genommen. Diese waren Orte der Ernährungsbildung, der familiären Gemeinsamkeit und des Genusses. Ob das stimmt, ist fraglich.

Gerade über Mahlzeiten wissen wir, dass sie in der Vergangenheit, speziell für die Kinder, nicht immer erfreulich abliefen. Oftmals waren sie ein Ort autoritärer Erziehung. Noch in meiner Generation war es verbreitet, dass Kinder aufzuessen hatten, was auf den Teller kam, so lange sitzen bleiben mussten, bis sie aufgegessen hatten, sich in das Tischgespräch der Erwachsenen nicht einmischen durften und bei Festen am Katzentisch saßen. Vergleichbare Probleme gab es auch beim Einkauf, bei der Zubereitung und dem Abwasch, mit einem gewichtigen Unterschied: Hierzu wurden beinahe ausschließlich Mädchen herangezogen. Mag sein, dass dabei auch Bildung vermittelt wurde, aber die Art der Vermittlung – zumeist strenge Erziehung – kann kein Vorbild für heutige Bemühungen um Ernährungsbildung sein – allein schon aufgrund der fragwürdigen geschlechtsspezifischen Sozialisation, die dabei stattfand.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 10/09 ab Seite 574.

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