Ernährungsumschau

Ist die Prion-Hypothese bewiesen?

  • 05.08.2004
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  • Redaktion

In der neuesten Ausgabe von Science1 wird über ein Ergebnis berichtet, auf das die Fachwelt seit langem wartet: Die Herstellung von infektiösem Prionprotein. Die Wissenschaftler glauben, den Beweis erbracht zu haben, dass Prionen infektiöse Proteine sind. Erstmals sei es im Tierexperiment gelungen, gesunde Prionproteine, die sich auch beim Menschen finden, und die in dem veröffentlichten Experiment sogar synthetisch hergestellt wurden, in deren krankmachende Form (Konformation) umzuwandeln. Genetisch veränderten Mäusen, deren Zellen eine überhöhte Anzahl konventionell geformter, etwas verkürzter Prion-Moleküle bilden, wurden Prion-Fibrillen ins Gehirn injiziert. Diese Fibrillen (Zusammenlagerungen) gleichen sich chemisch, sind aber in ihrer Struktur krankhaft veränderte Prion-Moleküle. Etwa 380 Tage später zeigten die ersten Tiere Krankheitsanzeichen, im Gegensatz zur Kontrollgruppe, die nicht erkrankten. Das Gehirngewebe der kranken Mäuse wurde in einer zweiten Versuchsreihe wiederum Nagern injiziert, die bereits nach 150 Tagen an einem neuen Prionen-Stamm erkrankten.  Diese Ergebnisse haben Einfluss auf die Gesundheitsforschung: Die Bildung der infektiösen Prionen aus synthetisch hergestelltem Prion-Protein beweisen, dass die nicht infektiöse Form des Prion-Proteins ausreicht, um die spontane Bildung von Prionen auszulösen und dafür kein externer Stimulus notwendig ist. Dies würde z. B. die spontanen Fälle der CJD erklären. Wenn sich dieses Ergebnis auch in anderen Laboratorien reproduzieren lässt, dann ist der Prionforschung nach Ansicht des TSE-Forums ein entscheidender Durchbruch gelungen, der eine ganze Fülle von neuen Ergebnissen erwarten lässt. (05.08.04) 1Legname G., Baskakov I. V., Nguyen H.-O. B., Riesner D., Cohen F. E., DeArmond S. J., Prusiner S. B.: Synthetic Mammalian Prions. Science, Vol 305, 2004, 673-676  

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