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Kindergesundheit: Frühstück zu Hause kann das Herz schützen

  • 07.01.2015
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  • Redaktion

Das tägliche Frühstück zu Hause ist wichtig für ein gesundes Herz bei Kindern. Dies zeigt eine aktuelle Studie, die den Zusammenhang zwischen dem Frühstück zu Hause und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Kindheit untersucht hat. Demnach hilft die erste Mahlzeit am Tag dabei, die Blutfettwerte zu regulieren und das Gewicht zu halten. 

Die im European Journal of Clinical Nutrition erschienene Studie basiert auf Daten von Kindern aus acht europäischen Ländern, die am EU-Projekt IDEFICS (Identification and prevention of Dietary- and lifestyle-induced health EFfects In Children and infantS) teilgenommen haben. Über 8500 Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren waren in die Studie eingebunden. Die Ergebnisse zeigen: Fast 80 Prozent der älteren Kinder von sechs bis zehn Jahren und 70 Prozent der jüngeren Kindern nehmen ihr Frühstück täglich zu Hause ein.

Laut Studie haben Jungen im Schulalter, die nicht täglich zu Hause frühstücken, ein höheres Risiko für Übergewicht bzw. Adipositas, erniedrigte HDL-Cholesterinwerte (< 40mg/dL), erhöhte Triglyzeridwerte (> 75 mg/dL) und eine erhöhte Gesamt-Hautfaltendicke (> 90. Perzentile). Mädchen, die nicht frühstücken, haben im Vergleich zu Mädchen, die täglich zuhause frühstücken, ein höheres Risiko für einen erhöhten Taillenumfang (> 90. Perzentile), erniedrigte HDL-Cholesterinwerte (< 40 mg/dL), erhöhte Triglyzeridwerte (> 75 mg/dL) und ein erhöhtes Verhältnis von Gesamt-Cholesterin zu HDL-Cholesterin (> 3,5).

Bei der Auswertung der Daten haben die Wissenschaftler auch andere Einflussfaktoren wie die körperliche Aktivität berücksichtigt. Die Zahlen weisen darauf hin, dass sich Kinder, die seltener zu Hause frühstücken, auch weniger bewegen als Kinder mit einem täglichen Frühstück zu Hause. So sind 6- bis unter 10-jährige Jungen, die täglich zuhause frühstücken, stärker körperlich aktiv als Gleichaltrige, die nicht frühstücken. Bei Vorschulkindern, die täglich zuhause frühstücken, besteht dagegen ein negativer, wenn auch meist statistisch nicht signifikanter, Zusammenhang mit kardiovaskulären Risikofaktoren.

Die Studienautorin Dr. Stalo Papoutsou vom Research and Education Institute of Child Health in Zypern teilte mit, dass das tägliche Frühstücken den Kindern helfe, das Gewicht im Rahmen zu halten und körperlich aktiv zu sein. Auch die Blutfette, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anzeigen, würden reguliert.

Die Ernährungsgewohnheiten, auch beim Frühstück, werden im EU-Projekt I.Family – dem Folgeprojekt der IDEFICS-Studie – weiter erforscht. Die IDEFICS-Kinder sind mittlerweile ins Teenageralter gekommen. Bei der I.Family-Studie sind sie als Probanden wieder mit dabei, auch ihre Geschwister und Eltern sind zur Teilnahme eingeladen. In der Studie soll unter anderem untersucht werden, welche Trends beim Ernährungsverhalten bestehen und welche Faktoren darüber bestimmen, welche Lebensmittel die Jugendlichen wählen.

Literatur:
1. Papoutsou S, Briassoulis G, Wolters M et al. (2014) No breakfast at home: association with cardiovascular disease risk factors in childhood. EJCN 68: 829–834

Website zur IDEFICS-Studie: www.ideficsstudy.eu
Website zur I.Family-Studie: www.ifamilystudy.eu

Pressemeldung: Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS

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