Ernährungsumschau

Test-System zur Identifikation von EHEC-Kontaminationen in Lebensmitteln entwickelt

  • 07.06.2011
  • News
  • Redaktion

Bild: E.coli-Bakterien, © BfR Ein spezifisches Erkennungssystem für den EHEC Keim O104:H4 in Lebensmitteln wurde am Nationalen Referenzlabor (NRL) für Escherichia coli des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zusammen mit Experten von der französischen Lebensmittelagentur ANSES entwickelt und evaluiert.

Der EHEC-Stamm O104:H4 ist verantwortlich für den derzeitigen Ausbruch von EHEC-Infektionen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Auswirkungen, die von blutigem Durchfall bis zum Nierenversagen reichen. „Wir hoffen, dass dieser Test dazu beiträgt, die Quelle für die Infektionen mit dem EHEC-Stamm O104:H4 aufzudecken und die risikobehafteten Lebensmittel schnell aus dem Markt zu nehmen sowie Klarheit über die Infektionskette zu verschaffen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas HENSEL. Das BfR hat die Methode inzwischen den Untersuchungslaboratorien der Bundesländer zur Verfügung gestellt.

Bisher stand ein schneller und verlässlicher Test zur Bestimmung des EHEC-Stammes O104:H4 in Lebensmitteln in Deutschland nicht zur Verfügung. Deshalb ist es bisher auch noch nicht gelungen, Lebensmittel, die mit diesem speziellen Keim belastet sind, zu identifizieren. Nachgewiesen wurden zwar einzelne Belastungen von Gemüse mit Shigatoxin-produzierenden Keimen, die Zugehörigkeit zum Ausbruchsstamm EHEC-O104:H4 konnte aber nicht bestätigt werden.

Die Methode, mit der bei den in Deutschland an EHEC-Infektionen erkrankten Patienten der Erreger O104:H4, auch als HUSEC 41 bezeichnet, nachgewiesen wurde, ist eine klassische multiplex Polymerase Kettenreaktion (PCR). Es ist noch nicht bekannt, ob diese Methode für Lebensmittel geeignet ist.

Unter dem Eindruck des massiven EHEC O104:H4-Ausbruchs in Deutschland wurde jetzt eine spezifische quantitative Echtzeit-PCR im Nationalen Referenzlabor für Escherichia coli des BfR an Lebensmittelproben und O104:H4-Referenzstämmen erprobt. Diese beruht auf der schnellen, quantitativen Erkennung von Shigatoxin-Genen und dem Escherichia coli O104:H4 wzx-Gen. Das Detektionssystem ist geeignet, aus Anreicherungskulturen von verdächtigen Lebensmitteln EHEC O104:H4 nachzuweisen. Erste pflanzliche Lebensmittelproben aus Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wurden mit dem Verfahren bereits analysiert; EHEC konnten hierbei nicht festgestellt werden. Quelle: Pressemitteilung des BfR vom 31.05.11 (07.06.11)

Das könnte Sie interessieren
© KatarzynaBialasiewicz / iStock / Thinkstock
Wie lässt sich ausgewogene Ernährung im Alltag umsetzen? weiter
© Rostislav_Sedlacek / iStock / Thinkstock
Metabolisch gesunde Adipositas als erstes Ziel weiter
Butter, entblößt: Mit der internationalen Palmölproduktion schwelt bereits ein neuer Streit. © orinoco-art / iStock / Thinkstock
Fettkrieg weiter
Mann im Supermarkt mit Handy. © gpointstudio / iStock / Thinkstock
Neue Bonus-App belohnt nachhaltigen Einkauf weiter
Für die Studie können Kinder und Jugendliche angemeldet werden, die sich vegetarisch, vegan oder mit Mischkost ernähren. © olesiabilkei / iStock / Thinkstock
Teilnehmer für die VeChi-Youth-Studie gesucht weiter
Freunde kochen gemeinsam. © UberImages / iStock / Thinkstock
Essbiografien in der Ernährungsberatung weiter