Ernährungsumschau

Fördern Antazida Lebensmittelallergien?

  • 09.07.2004
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  • Redaktion

Möglicherweise kann eine medikamentösen Erhöhung des Magen-pH das Entstehen von Lebensmittelallergien begünstigen. Erste Studienergebnisse hierzu wurden auf dem Journalisten Workshop „Nahrung und Immunabwehr im Clinch“ vorgestellt, den das Institut Danone für Ernährung e. V. am 17. und 18. Juni in Wien veranstaltete. Bei der Verdauung von Proteinen spielt der pH-Wert des Magens eine besondere Rolle. Das Magenenzym Pepsin wirkt bei pH 2 optimal. Verdauungsversuche, bei denen bestimmte Proteine im Reagenzglas einem nachgekochten (optimalen) Magensaft ausgesetzt wurden, zeigen, dass beispielsweise Milch- und Fischproteine, die schwere allergische Reaktionen auslösen können, ihr allergenes Potenzial schon nach einer Minute verlieren. Erhöht man hingegen den pH auf 3 bis 5 bleiben die Proteine wesentlich länger unverdaut und damit auch allergen. Funktioniert der Magen also normal, so scheint dies vor allergenen Proteinen zu schützen, erklärte Professor Erika Jensen-Jarolim, AKH Wien. Bei Untersäuerung verliere der Magen allerdings seine „Gate-Keeper“-Funktion. Proteine würden dann nicht vollständig verdaut und führten zu einer Bildung von Antikörpern (IgE) mit dem Risiko einer Lebensmittelallergie. Interessant sind diese Ergebnisse vor allem für Patienten, die häufig Antazida einnehmen. Denn im Tierversuch entwickelten Mäuse nach einer medikamentösen Erhöhung des Magen-pHs Lebensmittelallergien gegen die gefütterten Proteine. Eine Studie mit 150 Patienten, die wegen Gastritis oder Magengeschwüren über 3 Monate mit H2-Blockern und Protonenpumpen-Inhibitoren behandelt wurden, bestätigt diese Ergebnisse. Bei ihnen entwickelten sich IgE und positive Hauttests gegen Lebensmittel wie Erdnuss, Walnuss, Kartoffel, Karotte oder Sellerie. (09.07.04)

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