Ernährungsumschau

Was machen Bienen, wenn Raps plötzlich weiß blüht?

  • 14.05.2004
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  • Redaktion

Raps ist nicht nur die bedeutendste einheimische (Pflanzen-)Ölquelle, sondern auch eine mengenmäßig wichtige Pflanze für die Bienenweide. Wegen seines hohen Gehaltes an Eiweiß und Senfölen (Glucosinolaten) hat Raps aber auch einen besonders hohen Bedarf an Schwefel. Blüten von Rapspflanzen mit Schwefelmangel haben weiße, kleinere sowie länglich ovale Blütenblätter.  Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig haben jetzt festgestellt, dass weißblühende Rapsfelder nicht nur einen deutlich verringerten Honiggeruch aufweisen, sondern dass sie auch von weniger Bienen besucht werden. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Bieneninstitut in Celle untersuchen sie nun die Auswirkungen der veränderten Rapsblüte auf die Attraktivität für Honigbienen. Kleine, weiße Rapsblüten hervorgerufen durch Schwefelmangel ähneln verblühenden Blüten, deren Nektar bereits gefressen wurde, so dass sie den Bienen für einen Besuch nicht mehr lohnend erscheinen. Zentraler Gegenstand der Untersuchungen der Wissenschaftler ist vor allem die Frage, ob das von der Ernährungsstörung hervorgerufene optische Signal mit einem veränderten Futterangebot für die Bienen einhergeht. Hintergrund: Schwefelmangel ist in Nordeuropa zur häufigsten Ernährungsstörung an Kulturpflanzen geworden. Inzwischen können Rapsfelder mit "Weißblühern" regelmäßig beobachtet werden. Statt bis zu stellenweise über 100 kg/ha Ende der 70er Jahre gelangen heute meist weniger als 10 kg/ha Schwefel im Jahr aus der Atmosphäre in die Böden. Grund hierfür ist die vor 25 Jahren begonnenen Einführung von Rauchgasentschwefelungsmaßnahmen in Kraftwerken und die Verwendung schwefelarmer Treibstoffen. (14.05.04)

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