Ernährungsumschau

Öko-Test: Muttermilchersatznahrung mit MCPD-Fettsäureester belastet

  • 16.06.2008
  • News
  • Redaktion

Wer sein Kind nicht oder nur kurz stillen kann oder will, greift überwiegend zu industriell hergestellter Säuglingsmilch. Doch jetzt zeigt eine aktuelle Untersuchung des Frankfurter ÖKO-TEST-Magazins, dass der Muttermilchersatz mit dem Fettschadstoff 3-MCPD-Fettsäureester belastet ist. Diese Substanz entsteht bei der Raffination von pflanzlichen Fetten und Ölen. Die genaue Wirkung ist noch nicht bekannt.

Auf Grund von in-vitro-Befunden mit Verdauungsenzymen wird aber angenommen, dass 3-MCPD-Fettsäureester bei der Verdauung in freies 3-MCPD umgewandelt werden. Bislang ist noch unklar, in welchem Ausmaß dies geschieht. Freies 3-MCPD kann zu Veränderungen der Niere sowie in hohen Dosen zur Bildung gutartiger Tumore führen.

Im Test wurden insgesamt 23 Muttermilchersatzprodukte von Anbietern im konventionellen sowie im Bio-Bereich überprüft. Die vollständigen Ergebnisse sind in der Juni-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins veröffentlicht.

Der Test zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den untersuchten Marken. Eltern sollten auf jeden Fall zu den weniger belasteten Marken greifen. Besser aber ist es, wenn Kinder volle sechs Monate lang gestillt werden, wie es die WHO empfiehlt.

Die im Diätverband zusammengeschlossenen Hersteller von Lebensmitteln für besondere Ernährungszwecke betonen, dass sie die Diskussion ernst nehmen und Maßnahmen eingeleitet haben, um wissenschaftlich fundierte Ergebnisse und eine Minimierung der Gehalte an 3-MCPD-Estern zu erreichen. Nach ihrer Einschätzung sind kurzfristige Lösungen aber nicht zu erwarten.
Weitere Informationen: www.oekotest.de

(16.06.08)

Das könnte Sie interessieren
Gerstenfeld. © GYRO PHOTOGRAPHY/amanaimagesRF / Thinkstock
Gesundheitliches Potenzial von β-Glucan aus Gerste und Hafer weiter
Zwei Weintrinker. © Jupiterimages / Goodshoot / Thinkstock
Deutsches Krebsforschungszentrum veröffentlicht ersten Alkoholatlas weiter
Fast 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. © baloon111 / iStock / Thinkstock
Veganer haben breites Ernährungswissen – Risikokommunikation dennoch erforderlich weiter
Die individuelle Ernährung kann ein entscheidender Faktor für das Depressionsrisiko sein. © Marjan_Apostolovic / iStock / Thinkstock
Neuer Risikoindex für Depressionen entwickelt weiter
Sportsachen und Lebensmittel. © ProPHN
Beeinflussen wir die Ernährung oder die Ernährung uns? weiter
Als „Superfood“ feiert Ingwer aktuell ein Comeback. © Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock
Ernährungstrends, Heilmittel-Richtlinie und Ingwer weiter