Ernährungsumschau

Hoher Salzgehalt in vielen Fertigprodukten

  • 16.09.2009
  • News
  • Redaktion

Nach Einschätzung von Ärzten und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist der Salzkonsum in Deutschland deutlich zu hoch. Besonders bei männlichen Jugendlichen liegt er nach Angaben der Bundesregierung bei mehr als 10 g am Tag – empfohlen werden 5–6 g, ausreichend wären sogar 1–1,5 g Salz am Tag. Drei Viertel der täglichen Zufuhr nehmen Verbraucher durch versteckte Salze in zusammengesetzten Lebensmitteln zu sich.

Wer seinen Salzkonsum reduzieren will, muss also beim Einkauf im Supermarkt beginnen. Jedoch können die Konsumenten kaum erkennen, wie viel Salz in den Lebensmitteln steckt. Wenn vorhanden, ist die Nährwertkennzeichnung oft verwirrend, häufig ist nicht der Salz-, sondern der Natriumgehalt angegeben.

Die Verbraucherrechtsorganisation Foodwatch fordert deshalb, Bundesverbraucherministerin Ilse AIGNER (CSU) müsse sich aktiv für die Ampelkennzeichnung einsetzen. Zum Test hat sie 22 Produkte auf ihren Salzgehalt untersucht und mit der Ampelkennzeichnung versehen. Das Ergebnis: Sehr salzhaltig sind Brot, Käse oder Senf und vor allem Fertigprodukte. So waren in der Tütensuppe „Thai Chef Ente” extrem hohe Gehalte von 6 g Salz/100 g zu finden. Hier würde nicht nur die Ampel auf Rot zeigen – mit 100 g dieser Suppe hätten Verbraucher zudem ihren kompletten Tagesbedarf an Salz gedeckt.

Auch durch den Verzehr einer Tiefkühlpizza „Ristorante Pizza Speciale” von Dr. Oetker wird der Tagesbedarf vollständig gedeckt. Einen relativ hohen Salzgehalt weisen auch viele Lebensmittel auf, bei denen es Verbraucher nicht erwarten. Bei Snickers, einer Tafel Milka Alpenmilch und der Konserve King’s Crown „Junge Erbsen mit Möhrchen sehr fein“ aus dem Aldi-Sortiment zeigt die Ampel auf Gelb. Im einzelnen sind die Ergebnisse unter www.foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/ampeltest/versalzen/index_ger.html zu finden. Quelle: foodwatch, Meldung vom 10.08.2009 (16.09.09)

Das könnte Sie interessieren
Gerstenfeld. © GYRO PHOTOGRAPHY/amanaimagesRF / Thinkstock
Gesundheitliches Potenzial von β-Glucan aus Gerste und Hafer weiter
Zwei Weintrinker. © Jupiterimages / Goodshoot / Thinkstock
Deutsches Krebsforschungszentrum veröffentlicht ersten Alkoholatlas weiter
Fast 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. © baloon111 / iStock / Thinkstock
Veganer haben breites Ernährungswissen – Risikokommunikation dennoch erforderlich weiter
Die individuelle Ernährung kann ein entscheidender Faktor für das Depressionsrisiko sein. © Marjan_Apostolovic / iStock / Thinkstock
Neuer Risikoindex für Depressionen entwickelt weiter
Sportsachen und Lebensmittel. © ProPHN
Beeinflussen wir die Ernährung oder die Ernährung uns? weiter
Als „Superfood“ feiert Ingwer aktuell ein Comeback. © Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock
Ernährungstrends, Heilmittel-Richtlinie und Ingwer weiter