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Geldprämien helfen Adipösen beim Abnehmen

  • 16.11.2012
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Adipöse können laut einer aktuellen Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) durch finanzielle Anreize zu einer stärkeren Gewichtsreduktion motiviert werden. Während adipöse Frauen je nach Höhe der Geldprämie mehr oder weniger abnehmen, spielt für Männer die Höhe des finanziellen Anreizes offenbar eine untergeordnete Rolle.

Eine zweite Studie zur Wirkung des Präventions-Bonus-Programms einer gesetzlichen Krankenversicherung zeigt, dass Teilnehmer der Kasse bereits im ersten Jahr weniger Gesundheitsausgaben verursachen als zuvor. Von den insgesamt 700 adipösen Studienteilnehmern (18–75 Jahre) verloren diejenigen, die eine Geldprämie von 150 bzw. 300 € erhielten, wenn sie ein von behandelnden Ärzten empfohlenes Reduktionsziel von 6–8 % ihres Körpergewichts erreichten, doppelt so viel Gewicht wie die Mitglieder einer Gruppe ohne finanziellen Anreiz (Kontrollgruppe). Während die Kontrollgruppe innerhalb des Untersuchungszeitraums von 4 Monaten durchschnittlich nur 2,3 % Gewicht abnahm, verloren Mitglieder der Prämiengruppen im Untersuchungszeitraum > 5 % ihres Ausgangsgewichts.

Während eine Verdopplung der Prämie bei männlichen Studienteilnehmern zu keiner merklich größeren Gewichtsreduktion führte, verloren die Probandinnen dadurch mehr Gewicht als bei der niedrigeren Prämie. Die Mitglieder der Prämiengruppen benutzten häufiger Treppen statt Aufzug und aßen zwischen den Mahlzeiten seltener Snacks. Die Frauen der höheren Prämiengruppe intensivierten zudem ihr Fitnesstraining. Gesundheitseffekte wie bspw. verbesserte Cholesterinwerte konnten nicht festgestellt werden. Anzeichen für eine Verbesserung des allgemeinen Gesundheitsempfindens gab es indes schon.

Noch weitgehend unerforscht ist hingegen der langfristige Effekt finanzieller Abnehmanreize. Es lässt sich daher derzeit nicht wissenschaftlich fundiert sagen, ob die durch finanzielle Anreize induzierte Gewichtsreduktion länger anhält oder ob Anreize zum Halten des Gewichts im Stande sind, den „Jojo-Effekt“ zu verhindern. Diesen Forschungsfragen wird sich das RWI in den kommenden Monaten widmen.
Dieser Pressemitteilung liegen die Ruhr Economic Paper #368 („Does Money Burn Fat – Evidence from a Randomized Experiment“) und #373 („The Effect of a Bonus Program for Preventive Health Behavior on Health Expenditures“) zugrunde. Sie sind unter www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/ als pdf-Datei erhältlich. Quelle: Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e. V. (RWI), Pressemeldung vom 25.10.2012 (14.11.12)

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