Ernährungsumschau

Langfrist-Studie: Fütterung von Kühen mit gentechnisch modifiziertem Mais verändert ihre Milch nicht

  • 17.04.2009
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  • Redaktion

Kann gentechnisch veränderter Mais bedenkenlos an Tiere verfüttert werden, die uns Lebensmittel liefern? Viele Verbraucher sind hier skeptisch. Nach einem mehr als zweijährigen Langzeit-Fütterungsversuch können Molekularbiologen der Technischen Universität München (TUM) diese Frage jetzt zumindest für Milchkühe beantworten: Der gentechnisch modifizierte Mais MON810 wird demnach von Milchkühen genauso verdaut wie herkömmlicher Mais, es existieren keinerlei Hinweise auf einen Übergang transgener Komponenten in das Lebensmittel Milch.

MON810, dieses Kürzel steht für transgenen Mais, in den ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis eingeschleust wurde. Dieses Gen lässt die Maispflanze ein Protein produzieren, dass ihren ärgsten Feind tötet - den verbreiteten Maiszünsler. Befürworter halten diesen GM-Mais (GM = genetically modified) für eine elegante Art, auf klassische Insektizide zu verzichten. Doch die Gegner sind skeptisch: Sie befürchten, dass das für den Maiszünsler giftige Protein auch Mensch und Säugetier schadet.

Ein Team um Prof. Heinrich H.D. Meyer vom TUM-Lehrstuhl für Physiologie hat dieses Unbehagen gemeinsam mit Kollegen von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ab Mai 2005 zur leitenden Forschungsfrage einer Fütterungsstudie gemacht: Wie wird das Protein und die eingeschleuste DNA aus transgenem Mais von Milchkühen abgebaut?
Über einen Zeitraum von 25 Monaten wurde der Mais MON810 an 18 Milchkühe verfüttert. Parallel dazu bekam eine Kontrollgruppe von weiteren 18 Kühen konventionelles Maisfutter in gleicher Menge. Während der Fütterungsperiode nahmen die Forscher monatlich Proben von Blut, Milch, Exkrementen sowie wöchentlich vom jeweiligen Futter. Zur Analyse entwickelten sie spezielle DNA-Extraktionsverfahren und eine besonders empfindliche Methode zum Aufspüren des speziellen Proteins aus dem GM-Mais, was eine besonders niedrige Nachweisgrenze ermöglichte.

Dabei zeigte sich: Die verfütterte Maissorte macht in der körperlichen Entwicklung der Tiere keinen Unterschied. Milchleistung, Kondition und Gewicht waren bei allen 36 Tieren vergleichbar. Auch Gesundheit und Fruchtbarkeit - getestet anhand diverser Stoffwechselparameter und dem Gehalt von Schwangerschaftshormonen – waren stabil: Trotz der relativ hohen Aufnahme des für den Maiszünsler toxischen Proteins von rund 5,3 mg pro Tag zeigten die mit GM-Mais gefütterten Kühe weder in der Organfunktion noch in der Fruchtbarkeit Unterschiede zur Kontrollgruppe. Keine der insgesamt 450 Blutproben ergab Hinweise auf einen Transfer der fremden DNA oder des Proteins vom transgenen Mais zum Tier. Auch die Milch der Kühe war mit der derzeit besten Technologie zu keinem Zeitpunkt nicht unterscheidbar. Quelle: TUM, Lehrstuhl für Physiologie (17.04.09)

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