Ernährungsumschau
Schwangere kocht © Martinan / iStock / Thinkstock
Oftmals reicht es bereits aus, wenn Schwangere sich regelmäßig bewegen und ihre Ernährung umstellen. © Martinan / iStock / Thinkstock

Schwangerschaftsdiabetes: Folgeschäden bei Kind und Mutter vermeiden

  • 17.11.2017
  • News
  • Redaktion
  • scs

Bundesweit entwickeln etwa fünf Prozent der werdenden Mütter einen Schwangerschaftsdiabetes. Um Risiken und Folgeschäden von Mutter und Kind zu reduzieren, ist eine gute Blutzuckereinstellung in der Schwangerschaft besonders wichtig.

Ob eine Frau im Laufe ihrer Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes entwickelt oder nicht, hängt vom Alter, der familiären Vorbelastung, dem Ernährungsverhalten und dem Gewicht der Betroffenen ab. Das Tückische am Schwangerschaftsdiabetes ist, dass er keine Beschwerden bereitet und deshalb übersehen werden kann.

Dabei führt ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes fünfmal häufiger zu Geburtsproblemen als bei nicht betroffenen Müttern. Der Schwangerschaftsdiabetes erhöht das Risiko, Bluthochdruck, Harnweginfekte oder eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie/Eklampsie) zu erleiden. Darüber hinaus haben die Schwangeren häufiger Fehlgeburten.

Infolge des hohen Blutzuckers der Mutter produziert das Ungeborene mehr Insulin, das auch als Wachstumshormon wirkt. Die Babys haben häufig ein hohes Geburtsgewicht und kommen häufiger per Kaiserschnitt auf die Welt: Im späteren Leben haben sie durch die perinatale Programmierung ihres Stoffwechsels selbst ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken.

Wichtige Rolle der Früherkennung und Behandlung

Auch die Mütter haben ein hohes Risiko, nach einem Gestationsdiabetes später einen manifesten Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln: Innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt erkranken rund 50 Prozent daran. Umso wichtiger ist daher die Rolle der Früherkennung und Behandlung. Seit dem Jahr 2012 ist ein Blutzucker-Suchtest in den Mutterschaftsrichtlinien verbindlich festgeschrieben. Jede Schwangere hat einen gesetzlichen Anspruch auf einen solchen kostenlosen Test.

Wird ein Gestationsdiabetes diagnostiziert, muss dieser behandelt werden. Oftmals reicht es bereits aus, wenn Schwangere sich regelmäßig bewegen und ihre Ernährung umstellen.

Was werdende Mütter, bei denen ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt wurde, beachten müssen, erklärt Dr. med Stupin, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiter der Diabetessprechstunde für Schwangere an der Charité in Berlin, am 16. November 2017 im Expertenchat von diabetesDE. Interessierte können schon jetzt Fragen auf http://www.diabetesde.org/chat einsenden.

Quelle: diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe

Das könnte Sie interessieren
Frau nimmt Tablette. © Olha-Tsiplyar / iStock / Thinkstock
Mehr als 250 Milligramm Magnesium pro Tag nicht empfehlenswert weiter
Freut sich auf die neue Aufgabe: Dr. Andrea Lambeck. © Hans G. Ziertmann
Dr. Andrea Lambeck wechselt von der peb e. V. zum VDOE weiter
© ra3rn / iStock / Thinkstock
Ohne Quallenangabe weiter
Die Teilnehmer der Studie sollen im Abstand von vier Wochen zwei anonyme Online-Befragungen ausfüllen. © golubovy / iStock / Thinkstock
Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen verbessern weiter
Sender und Empfänger: Durch Ernährungskommunikation werden auch Werte und Einstellungen in Bezug auf Nachhaltigkeit vermittelt. © RyanKing999 / iStock / Thinkstock
Fortbildung zu chronisch-entzündlichen Erkrankungen weiter
Bei Reis und Reisprodukten kann eine Arsenbelastung nicht gänzlich vermieden werden. © HandmadePictures / iStock / Thinkstock
Verbraucherschützer kritisieren Baby-Produkte weiter