Ernährungsumschau

Ernährungsberatung in der eigenen Praxis: Die Kunden und sich selbst im Blick haben

  • 20.08.2007
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  • Redaktion

"Patienten sind Kunden. Wer Ernährungstherapie und Ernährungsberatung professionell in einer eigenen Praxis durchführt, schlüpft in die Rolle eines Dienstleisters und Unternehmers", erklärte Dr. Claudia Laupert-Deick beim 10. aid-Forum in Bonn. Die Ernährungswissenschaftlerin wies damit auf die Notwendigkeit eines betriebswirtschaftlichen Rollenverständnisses hin, das therapeutisches und beratendes Tun ergänzen müsse.

Dazu gehöre auch, ein klares Selbstverständnis zu entwickeln, um authentisch auftreten zu können: "Überlegen Sie sich genau, welche Klienten Sie betreuen möchten und können." Jeder einzelne Kontakt zwischen dem Kunden und der Praxis sei entscheidend. "Schaffen Sie Vertrauenswürdigkeit durch Fachwissen und Verbindlichkeit aller Mitarbeiter," rät Laupert-Deick daher, die bereits seit 1998 erfolgreich eine eigene Praxis für Ernährungstherapie und Beratung Bonn führt.

Schon der erste Kontakt sei eine wichtige Weiche, bei dem die Fachkraft ihre Entschlossenheit zeigen müsse, direkt zu helfen. Um den eigenen Kundenstamm auf- und auszubauen, ist gezielte Werbung nötig. "Hierzu können Ärzte, Krankenkassen, das Branchenbuch, die Homepage, ein Praxisflyer, Visitenkarten und ein Praxisschild von Nutzen sein." Für den Fachaustausch auf hohem Niveau setzt Laupert-Deick auf regelmäßige Fortbildungen und Netzwerke mit Kollegen. Interdisziplinäre Netzwerke ermöglichten eine ganzheitliche Therapie.

Ihr Tipp für den zum Teil schwierig empfundenen Kontakt mit Ärzten: "Ernährungsberaterinnen müssen Ärzten deutlich machen, welchen Nutzen die Mediziner von einer Zusammenarbeit haben - im günstigsten Fall einen zufriedeneren Patienten." "Eine Beratung ist dann erfolgreich, wenn der Patient das subjektive Gefühl hat, dass die zu Beginn der Therapie festgelegten Ziele erreicht worden sind. Objektiv kann der Erfolg einer Beratung durch zahlreiche klinische Parameter belegt oder widerlegt werden. Im Idealfall empfindet der Patient/Kunde die Umstellung seiner Essgewohnheiten als Zugewinn an Lebensqualität."

Da der Begriff "Ernährungsberaterin" nicht gesetzlich geschützt ist, bieten Berufs- und Fachverbände Hilfe bei der Suche nach qualifizierten Ernährungsberaterinnen, die Adressen bietet das aid-Verbraucherportal www.was-wir-essen.de im Bereich "Service". (20.08.07)

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