Ernährungsumschau

Zu viel Fleisch, zu wenig Fisch: Mittagsverpflegung in Kitas mangelhaft

  • 21.08.2007
  • News
  • Redaktion

Rund 1 Million Kinder über drei Jahre besuchen täglich mehr als sechs Stunden lang eine Kindertagesstätte. Die meisten von ihnen essen dort auch zu Mittag. Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden haben nun untersucht, wie es um die Mittagsverpflegung in sächsischen Kindertagesstätten steht.

Gefördert vom sächischen Sozialministerium und der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, nahmen die Forscher die Speisepläne von 86 Caterern aus insgesamt 130 Betreuungseinrichtungen unter die Lupe. Die meisten der untersuchten Kitas lassen sich ihr Essen von einer Cateringfirma liefern. Andere Verpflegungssysteme wie Tiefkühlkost oder das Cook & Chill-Verfahren spielen kaum eine Rolle. Wie die Erhebung zeigt, sind die Kinder in den meisten Einrichtungen nicht optimal versorgt.

Die meisten Kitas und Caterer halten sich nicht an die Empfehlungen der Bremer Checkliste des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. An dieser Checkliste können sich Einrichtungen und Essenslieferanten bei der Gestaltung ihres wöchentlichen Speiseplans orientieren. Die Empfehlungen richten sich nach dem "OptimiX"-Konzept für eine optimierte Mischkost, die das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund entwickelt hat.

Laut Studie steht Fleisch, anders als in der Bremer Checkliste empfohlen, in den sächsischen Kitas häufiger als einmal pro Woche auf dem Speiseplan. Seefischgerichte werden dagegen zu selten angeboten und falls, dann meist in Form von Fischstäbchen und paniertem Fisch. Das Kartoffelangebot besteht meist aus Klößen, Püree oder Bratkartoffeln. Auch frisches Obst, Rohkost, Salat und vegetarische Gerichte gibt es zu selten. Caterern komme eine große Verantwortung bei der Mahlzeitenversorgung in Kindertagesstätten zu, heißt es in der Studie. Anzustreben sei eine "interdisziplinäre Zusammenarbeit aller im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung involvierten Personengruppen" sowie ein "Ausbau neuer Kooperationswege". (21.08.07)

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