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BfR-Wissenschaftsheft zur Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen

  • 23.05.2012
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Risikobewertung

In den vergangenen Jahren stieg das Interesse, neue Pflanzen in Lebensmitteln, insbesondere in Nahrungsergänzungsmitteln zu verwenden, und alte Kulturpflanzen wurden „neu entdeckt“. Diesen Pflanzen werden oft Wirkungen zugesprochen, die mit dem Gehalt an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen begründet werden. Abhängig von der Menge und den Begleitstoffen in Extrakten und Zubereitungen können diese Stoffe aber auch toxisch wirken.

„In vielen Fällen werden Pflanzen und pflanzliche Zubereitungen in Lebensmitteln vor der Vermarktung behördlicherseits nicht auf gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft“, sagt BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas HENSEL. Das BfR hat gesundheitliche Bewertungen ausgewählter Pflanzen und pflanzlicher Zubereitungen in einem Wissenschaftsheft zusammengefasst. Insbesondere wurden Pflanzen betrachtet, von denen bei der Verwendung als Lebensmittel Risiken ausgehen könnten. Das Wissenschaftsheft (hier kostenlos downloadbar) soll u. a. den Behörden der Lebensmittelüberwachung als Grundlage für die Begutachtung von Lebensmitteln hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Unbedenklichkeit dienen.

Ein Zulassungsverfahren, das eine gesundheitliche Bewertung einschließt, gibt es in der EU lediglich für Lebensmittel, die als neuartige Lebensmittel eingestuft sind oder aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine Leitlinie für die Bewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen in Nahrungsergänzungsmitteln veröffentlicht, die auch für die Bewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen in anderen Lebensmitteln geeignet ist.

Unter Anwendung der EFSA-Leitlinie hat das BfR 16 Pflanzenteile gesundheitlich bewertet, darunter bspw. Gojibeeren, Schlafbeere, Schlangenwurzel, Aztekensalbei und Yohimberinde. Bewertet wurden Pflanzen und Pflanzenteile mit pharmakologischer oder psychotroper Wirkung oder Pflanzen, von denen bei der Verwendung als Lebensmittel Risiken ausgehen können. Ausgewählt wurden diese aus einer Liste von über 600 Pflanzen und Pflanzenteilen, die eine Arbeitsgruppe des Bundes und der Länder erarbeitet hat. Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Pressemeldung vom 26.04.2012 (23.05.12)

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