Ernährungsumschau

Bereits über 100 BSE-Fälle in Deutschland

  • 23.08.2001
  • News
  • Redaktion

Schon 101 BSE-Fälle sind bei in Deutschland geborenen Rindern bestätigt worden, der bisher letzte Fall am 10. August 2001. Dies zeigt, dass die BSE-Problematik noch lange nicht gelöst ist. Es wurde jedoch nach Aussagen des Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Alexander Müller, "alles nach dem derzeitigen Wissensstand Mögliche getan, um BSE einzudämmen".

In Deutschland wird jedes geschlachtete Rind, das älter als 24 Monate ist, auf BSE getestet. Die Tiermehlverfütterung ist verboten, Risikomaterialien, wie Hirn und Rückenmark, werden entfernt und verbrannt. Außerdem gilt ein EU weites Verwendungverbot von Rinder-Separatorenfleisch seit dem 1. April 2001. Zusätzlich wird ein Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger an der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere (BFAV) aufgebaut. Hier sollen demnächst erstmals in Deutschland BSE-Infektionsversuche durchgeführt werden.

Im Rahmen des Forschungskonzepts zu BSE und vergleichbaren Erkrankungen bei anderen Tierarten (z. B. Scrapie) wird nach den Ursachen, Übertragungswegen und Bekämpfungsmöglichkeiten geforscht. Dazu werden die bisherigen BSE-Fälle auch epidemiologisch ausgewertet. Neue, verbesserte BSE-Tests am lebenden Tier und an jüngeren Tieren, sollen so schnell wie möglich entwickelt werden.

Im Bundesverbraucherministerium wird eine Verordnung vorbereitet, die Tests bei Rot-, Reh-, Dam-, Muffel- und Gamswild vorsehen. Auch die Scrapie-Überwachung (Erkrankung bei Schafen) in Europa soll verbessert werden.

Wegen dieser Maßnahmen " ist der Verzehr von Rindfleisch heute so sicher wie schon lange nicht mehr. Dies sehen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher so. Die Nachfrage nach Rindfleisch hat wieder zugenommen", so Alexander Müller.

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