Ernährungsumschau

Acrylamid - Verringerung bei Knäckebrot, gleichbleibende Ergebnisse bei Chips

  • 26.09.2007
  • News
  • Redaktion

Auch fünf Jahre nach der Entdeckung von Acrylamid ist der Schadstoff noch in aller Munde. Immerhin zeigen die Bemühungen von Bund und Herstellern deutliche Erfolge. So konnten von den insgesamt 13 problematischen Warengruppen 6 weiter gesenkt werden.

Das Ministerum für Ländlichen Raum Baden Würtemberg hat zum Thema Acrylamid aktuelle Ergebnisse zusammengestellt und die Bemühungen zur Senkung der Gehalte in Lebensmitteln zusammengefaßt: Unter der Leitung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde zwischen Bund und Ländern das sogenannte Minimierungskonzept für Acrylamid in Lebensmitteln vereinbart, an dem sich auch die Hersteller beteiligen. Das Ziel des Minimierungskonzeptes: die Belastung von industriell hergestellten Lebensmitteln mit Acrylamid soll soweit wie möglich gesenkt werden. Das Konzept zur Minimierung beruht auf sogenannten Signalwerten, die sich nach dem aktuellen Stand der amtlichen Untersuchungsergebnisse richten. Der Signalwert ist der Acrylamidgehalt, der in einer Produktgruppe von 90% der untersuchten Lebensmittelproben unterschritten wird. Er darf maximal 1000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Lebensmittel betragen. Wird der Signalwert bei einem Produkt überschritten, suchen die Lebensmittelüberwachung und der Hersteller dieses Produktes gemeinsam nach Ursachen und Wegen, um den Gehalt unter den Signalwert zu reduzieren. Nach diesem Konzept werden zuerst die Herstellungsverfahren für die Produkte mit der höchsten Acrylamidbelastung verbessert und anschließend die für die geringere belasteten.

Gut 5 Jahre nach den ersten Studien zum Thema Acrylamid und dem daraus resultierenden Minimierungskonzept, vermeldet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weitere Erfolge. Die 2006 gemessenen Werte von rund 1500 Lebensmitteln zeigen, dass zahlreiche Warengruppen ihre Ausgangswerte weiterhin senken konnten. So nahm der Signalwert von Röstkaffee und Kaffeeersatz sowie Knäckebrot, Spekulatius und sowie Kinderkeksen- und -zwieback weiter ab. Gleich blieben hingegen die Signalwerte für Lebkuchen, Kartoffelchips und Kartoffelpuffer. Die Werte für feines Mürbeteiggebäck, Diabetiker-Dauerbackwaren und Pommes stiegen an.

Weitere Untersuchungsergebnisse sind auf der Homepage des Verbraucherschutzministeriums NRW unter www.munlv.nrw.de und den Untersuchungsämtern des Landes Baden-Württemberg zu finden. (26.09.07)

Das könnte Sie interessieren
Gerstenfeld. © GYRO PHOTOGRAPHY/amanaimagesRF / Thinkstock
Gesundheitliches Potenzial von β-Glucan aus Gerste und Hafer weiter
Zwei Weintrinker. © Jupiterimages / Goodshoot / Thinkstock
Deutsches Krebsforschungszentrum veröffentlicht ersten Alkoholatlas weiter
Fast 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. © baloon111 / iStock / Thinkstock
Veganer haben breites Ernährungswissen – Risikokommunikation dennoch erforderlich weiter
Die individuelle Ernährung kann ein entscheidender Faktor für das Depressionsrisiko sein. © Marjan_Apostolovic / iStock / Thinkstock
Neuer Risikoindex für Depressionen entwickelt weiter
Sportsachen und Lebensmittel. © ProPHN
Beeinflussen wir die Ernährung oder die Ernährung uns? weiter
Als „Superfood“ feiert Ingwer aktuell ein Comeback. © Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock
Ernährungstrends, Heilmittel-Richtlinie und Ingwer weiter