Ernährungsumschau

Parenterale Ernährung zu Hause – Qualität der Versorgung gewährleistet?

  • 27.01.2010
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  • Redaktion

Kommt ein Patient nach einer stationären Behandlung im Krankenhaus nach Hause, ist oft eine ambulante Versorgung in den eigenen vier Wänden notwendig (Homecare). Dazu gehört neben Wundbehandlung oder diabetischer Betreuung auch die Versorgung mit enteraler oder parenteraler Ernährung. Diese Versorgung zu Hause wird von unterschiedlichen Dienstleistern gewährleistet.

Sie sollte eine vergleichbare Qualität wie in der Klinik haben, damit der Patient auch tatsächlich zu Hause gut versorgt ist. „Es wäre daher sinnvoll, eine Zertifizierung der Anbieter anzustreben,“ sagte Privatdozent Dr. Michael ADOLPH, Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), auf einer Fachtagung in Machern bei Leipzig (20./21.11.2009). Nur dadurch könne eine gleiche Qualität gewährleistet werden.

Die Versorgung der Patienten zu Hause mit enteraler oder parenteraler Ernährung sei wesentlich kostengünstiger, als wenn Patienten weiter in der Klinik versorgt werden. Insgesamt sei die Heimparenterale Ernährung (HPE) ein sicheres Verfahren mit geringen Komplikationen. Sollte jedoch einmal eine Infektion durch die technischen Gegebenheiten (Infusionsschläuche, Portanschluss, bakterielle Kontamination) der parenteralen Ernährung gegeben sein, so würde eine Behandlung im Krankenhaus rund das Doppelte an Kosten verursachen (etwa 2000 Euro), wie eine Behandlung des Patienten zu Hause. Bislang gibt es jedoch keinerlei Leitlinien für die HPE, ebenso fehlen Kriterien für die Zertifizierung von Dienstleistern, die den Patienten zu Hause versorgen.

„Es gibt derzeit etwa 100 Anbieter von HPE in Deutschland. Um einen wirklichen Qualitätsanspruch auf Dauer gewährleisten zu können, müssten sie alle geprüft werden,“ sagte Privatdozent Dr. Michael ADOLPH. Die Fachgesellschaften seien aufgefordert, einen Kriterienkatalog aufzustellen, um die Leistungen der Anbieter tatsächlich vergleichbar machen zu können. Die Anforderungen an diese Kriterien seien unter anderem:

• Wie einfach sind die Abläufe der Versorgung gestaltet?
• Ausbildungsstand der Mitarbeiter, die Patienten zu Hause versorgen
• Spezialisierung der Mitarbeiter auf HPE, im Vergleich zu Stoma- oder Wundversorgung zu Hause
• Vergleichbarkeit der verordneten Arzneimittel

Es müsse vor allem deutlich werden, wer auf dem offenen Markt wirklich in der Lage sei, eine HPE Versorgung von Patienten in hoher Qualität anzubieten. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (27.01.10)

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