Ernährungsumschau

Wie reagieren Konsumenten auf die EU-Kennzeichnung von Lebensmitteln?

  • 27.01.2012
  • News
  • Redaktion

Auf gemeinsame Regeln zur Lebensmittelkennzeichnung haben sich die EU-Mitgliedsstaaten geeinigt: Künftig werden auf allen Lebensmittelverpackungen Informationen zum Energiegehalt, den verwendeten Fetten sowie dem Zucker- und Salzgehalt des Lebensmittels zu finden sein.

Wie eine solche Kennzeichnung wahrgenommen wird, wenn sie als einheitliches Label im Sichtfeld von Verpackungen aufgedruckt ist, und ob dies die Auswahl gesünderer Produkte fördert, untersuchen Wissenschaftler seit 2008 im EU-Forschungsprojekt „FLABEL“ (Food Labelling to Advance Better Education for Life).

Die Ergebnisse zeigen, dass ein solches Label von den Konsumenten zwar wahrgenommen wird, aber nicht zu einer grundlegenden Änderung des Konsumverhaltens führt. An dem Forschungsprojekt beteiligt sind Wissenschaftler von sieben europäischen Universitäten sowie Interessensgruppen aus Industrie, Handel und Verbraucherschutzorganisationen, unter ihnen auch das Institut für Konsum- und Verhaltensforschung (IKV) an der Universität des Saarlandes.

„Wir haben die Wirkung von Nährwertangaben am Point-of-Sale, also während des Einkaufens, untersucht“, sagt IKV-Leiterin Prof. Andrea GRÖPPEL-KLEIN. „Der Beitrag eines einheitlichen Nährwertkennzeichens ist gering, aber signifikant: Durch die einheitliche Gestaltung des Labels wird die Aufmerksamkeit für die Nährstoffwerte leicht erhöht.“ „Die Konsumenten schauten allerdings nur 1–2 Sekunden auf die Produktverpackung, und die Labels wurden nur Bruchteile einer Sekunde lang betrachtet.“ Das Kaufverhalten der Kunden habe sich durch die Labels zwar nicht grundlegend geändert, sie könnten aber für solche Kunden hilfreich sein, die häufig Probleme in der Kontrolle ihres Essverhaltens haben. Weitere Studien in Deutschland und Polen hätten gezeigt, dass zusätzliche Ampelfarben automatische Verhaltensreaktionen auslösen: „Ungesunde Lebensmittel, die mit roter Farbe gekennzeichnet sind, werden dann stärker gemieden“, erklärt die Saarbrücker Professorin. Quelle: Universität des Saarlandes, Pressemeldung vom 10.01.2012 (27.01.12)

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