Ernährungsumschau
© djdarkflower/123rf.com
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Alleinlebende Senioren häufig unzureichend versorgt

  • 28.04.2014
  • News
  • Redaktion

Die Deutsche Gesellschaft für Seniorenberatung (DGS) hat eine Studie zur Ernährungssituation älterer alleinlebender Menschen erstellt. Die wichtigste Erkenntnis: Ab einem Alter von 85 Jahren steigt die Anzahl der Personen, die sich nicht mehr ausreichend und gesund ernähren können, sprunghaft an.

Insgesamt 2317 Senioren wurden für die Studie im Auftrag der DGS im Dezember 2013 zu ihrer Ernährungssituation befragt. Über 31 % der befragten Personen konnten selbst keine Mahlzeiten mehr zubereiten, ein Viertel davon nahm gar keine warmen Mahlzeiten mehr zu sich. Darüber hinaus vergessen alte Menschen häufig zu trinken, was erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Vitalität hat. Diese Ergebnisse bestätigt auch die Heidelberger Bethanien-Studie, nach der 46 % der Patienten, die in eine geriatrische Klinik eingewiesen wurden, an Austrocknung litten und 23 % massiv unterernährt waren.

Herkömmliche Lösungen wie „Essen auf Rädern“ tragen nicht immer zu einer Verbesserung der Situation bei, weil viele Anbieter nur noch Tiefkühlkost liefern, die man selbst aufwärmen und servieren muss. Ein fertig zubereitetes warmes Essen, das in der Wohnung serviert wird, wird jedoch nur noch an wenigen Orten geliefert. Mit zunehmendem Alter und dem weit verbreiteten Wunsch, möglichst lange selbstständig im eigenen Heim zu leben, entwickelt sich so neben dem schon bekannten Pflegenotstand unter Umständen ein Ernährungsnotstand. Nach Einschätzung der DGS müssen deshalb auf dem Hintergrund der demografischen Entwicklung neue Angebote entwickelt werden, um die Ernährungssituation älterer Menschen zu verbessern.

→ Der Beitrag von Dr. Dörte FOLKERS in der nächsten Ausgabe der Ernährungs Umschau (Mai 2014) schildert die Versorgung mit „Essen auf Rädern“ in der hessischen Hauptstadt Wiesbaden. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Seniorenberatung (DGS), Pressemeldung vom 27.02.2014 (28.04.13)

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