Ernährungsumschau

Acrylamid: Kein Krebsrisiko für den Menschen?

  • 29.01.2003
  • News
  • Redaktion

In Tierversuchen hat sich Acrylamid als Krebs erregend erwiesen. Eine kürzlich veröffentlichte epidemiologische Studie konnte diese Ergebnisse für den Menschen jedoch nicht bestätigen. Die Wissenschaftler des Stockholmer Karolinska Instituts und der Bostoner Havard Scool of public Health fanden keine Beweise für einen positiven Zusammenhang zwischen dem Verzehr acrylamidhaltiger Lebensmittel und Krebserkrankungen des Darms, der Nieren oder der Blase.

Die im British Journal of Cancer (2003) 88, 84–89 publizierte Analyse basiert auf einer 1999 durchgeführten Fall-Kontroll-Studie zum Zusammenhang zwischen heterozyklischen Aminen und Dickdarmkrebs sowie Krebs des Harntrakts. Die Wissenschaftler verglichen nun die Acrylamidaufnahme von 987 Krebspatienten und mit derjenigen einer gesunden Kontrollgruppe (538 Personen). Dazu wurden die aus den 1999 durchgeführten Food-Frequencys ermittelten Daten verwendet. Als Basis für die Berechnungen dienten die 2002 von der Swedish National Food Administration veröffentlichten Acrylamidkonzentrationen verschiedener Lebensmittel.

Ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Darm-, Blasen oder Nierenkrebs und dem Verzehr von Lebensmitteln mit hohen (300–1200 µg/kg) bzw. moderaten (30–299 µg/kg) Acrylamidgehalten konnte nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Personen mit der höchsten Aufnahme (4. Quartile) an Acrylamid hatten sogar ein um 40 Prozent verringertes Risiko für Darmkrebs als Personen mit der geringsten Aufnahme (1. Quartile). 29.01.03

Das könnte Sie interessieren
Freut sich auf die neue Aufgabe: Dr. Andrea Lambeck. © Hans G. Ziertmann
Dr. Andrea Lambeck wechselt von der peb e. V. zum VDOE weiter
© ra3rn / iStock / Thinkstock
Ohne Quallenangabe weiter
Die Teilnehmer der Studie sollen im Abstand von vier Wochen zwei anonyme Online-Befragungen ausfüllen. © golubovy / iStock / Thinkstock
Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen verbessern weiter
Sender und Empfänger: Durch Ernährungskommunikation werden auch Werte und Einstellungen in Bezug auf Nachhaltigkeit vermittelt. © RyanKing999 / iStock / Thinkstock
Fortbildung zu chronisch-entzündlichen Erkrankungen weiter
Bei Reis und Reisprodukten kann eine Arsenbelastung nicht gänzlich vermieden werden. © HandmadePictures / iStock / Thinkstock
Verbraucherschützer kritisieren Baby-Produkte weiter
Ältere Menschen sollten besonders auf eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung achten. © oneinchpunch / iStock / Thinkstock
Ältere Menschen sind anfällig für Vitaminmangel weiter