Ernährungsumschau

Universität Wien: Geringeres Sterberisiko bei mehr Bewegung und Sport

Obwohl zahlreiche Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung die Gesundheit fördert und das Risiko für die Gesamtsterblichkeit senkt, ist die genaue Dosis-Wirkungs-Beziehung bisher nur in Ansätzen geklärt. Am Zentrum für Sportwissenschaft der Universität Wien in Zusammenarbeit mit anderen Universitäten wurde dieser Zusammenhang anhand einer Meta-Studie von 80 epidemiologischen Studien mit mehr als 1,3 Mio. Teilnehmer/- innen untersucht.

Bereits 150 Minuten moderate Aktivität und Bewegung pro Woche schützen Erwachsene laut Weltgesundheitsorganisation vor chronischen Krankheiten und vorzeitigem Tod. Das Forschungsteam der Universität Wien untersuchte, welcher Zusammenhang zwischen dem Aktivitätsstatus in den verschiedenen von der WHO definierten Kriterien körperlicher Aktivität – Beruf, Alltag, aktiver Transport sowie Freizeit – und dem Gesamtsterberisiko besteht. Zudem galt ihr Interesse der Frage, in welchem Ausmaß die derzeitige Mindestempfehlung der WHO das Gesamtsterberisiko bei Erwachsenen senkt.

Eine höhere körperliche Aktivität egal ob in Beruf, Alltag, Haushalt und Freizeit oder bei aktivem Transport (z. B. Fahrrad statt Auto) ist mit einem niedrigeren Gesamtsterberisiko verbunden. Dieser Zusammenhang war für körperliche Freizeitaktivitäten und Alltagsaktivitäten jedoch größer als für berufsbezogene Aktivitäten und bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern. Warum der Gesundheitseffekt bei Frauen größer ist als bei Männern, ist derzeit noch nicht geklärt, könnte aber mit der Hormonund Stoffwechselsituation der Frau zusammenhängen.

In einem weiteren Schritt berechneten die Forscher den Gesundheitsnutzen im Verhältnis zur wöchentlichen Bewegung. Bei leicht bis mäßig intensiven Alltagsaktivitäten war im Vergleich zu keiner Bewegung jede Steigerung der wöchentlichen Bewegungsdosis um eine Stunde mit einer um 4 % reduzierten Gesamtsterblichkeit verbunden. Bei mäßig intensiven Freizeitaktivitäten wie Nordic Walking, Tanzen, Radfahren und Wandern betrug die Risikoreduktion bereits 6 % und bei intensiverem Ausdauertraining oder Sport, etwa Laufen, Tennis und Ballsportarten, sogar 9 %.

Die von der WHO empfohlene Mindestdosis von 150 Minuten moderater Alltags- oder Freizeitbewegung pro Woche war mit einer Reduktion des Gesamtsterberisikos um 10 % verbunden. Bei intensiverem Ausdauertraining oder Sport war die Risikoreduktion mehr als doppelt so hoch (22 %). Bei 300 Minuten pro Woche – diese Dosis wird für einen weiter reichenden gesundheitlichen Nutzen empfohlen – lag die Risikoreduktion noch erheblich höher, aber selbst unterhalb der WHO-Mindestempfehlung war noch ein signifikanter Gesundheitsnutzen zu beobachten.

Die Wirkung steigt dementsprechend mit der Dosis an, aber selbst ein bisschen Bewegung ist besser als gar keine. Literatur: Samitz G, Egger M, Zwahlen M (2011) Domains of physical activity and all-cause mortality: systematic review and dose-response meta-analysis of cohort studies. International Journal of Epidemiology. DOI: 10.1093/ije/dyr112 Quelle: Universität Wien, Pressemeldung vom 19.09.2011

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 11/11 auf Seite 592

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