Ernährungsumschau

Das Internet im Gesundheits- und Ernährungssektor

Andrea Jahnen, Berlin

Das Internet wird die Kommunikationsstrukturen im Gesundheitswesen verändern. So werden für die Prävention, Gesundheitsförderung und evidenzbasierte Medizin neue Möglichkeiten geschaffen. Ähnliches gilt für den Ernährungssektor. Welche Bereiche werden eine Rolle spielen?

Das Internet im Gesundheitssektor
Informationen für Experten und Laien

Literaturdatenbanken, Fakten- und Volltextdatenbanken, Projekt- und Expertendokumentationen, klinische Leitlinien und Expertensysteme stehen über das Internet in zunehmendem Umfang zur Verfügung. Durch die Unabhängigkeit von Ort und Zeit erleichtert das WWW die Umsetzung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Leitlinien, den Datenaustausch und die Diskussion mit Fachkollegen. Aber das Internet ist nicht nur eine Kommunikationsplattform für die Publikation von Ergebnissen, sondern ermöglicht auch, diese zu erarbeiten.

Den "Laien" bietet das Internet die Chance, sich Gesundheitsinformationen zu beschaffen. Mit dem erworbenen Wissen können sie Entscheidungen informierter treffen und stärker Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen, so Günther Eysenbach, Arzt und Cybermedizin-Experte am Institut für Klinische Sozialmedizin der Universitätsklinik Heidelberg. Entscheidend ist hierbei aber die Qualität der verfügbaren Informationen.

Telelearning

Unter Telelearning versteht man weiterentwickelte CBT-Konzepte (Computer Based Training), die verschiedene multimediale Bausteine integrieren und auf Online-Training aufbauen. Manche Programme verfügen über einen Online-Tutor oder aber Fragen können mit anderen Lernenden in einem Diskussionsforum erörtert werden.

Das satellitengestützte interaktive Telelearning (SIT) als modernste Form wird z. B. von Ärzten zur Fort- und Weiterbildung genutzt. Die "Live-Situation" vermittelt Aktualität und Realitätsnähe, durch interaktive Aspekte werden der interdisziplinäre Informations- und Wissensaustausch und die fachliche Kompetenz gesichert.

Hauptargumente für den Einsatz neuer Medien im Bereich der Aus- und Weiterbildung sind die Kostenersparnis und zeitliche Flexibilität für den Lernenden.

Telemedizin

Patienten werden immer häufiger an Spezialisten überwiesen und von diesen behandelt. Daher ist eine Vernetzung aller Beteiligten aus Kosten und Qualitätsgründen besonders wichtig. Die zeitliche und räumliche Unabhängigkeit des Internets/Intranets ermöglicht den Austausch klinischer und administrativer Daten. Allerdings befinden sich viele Telemedizin-Projekte noch in der Aufbauphase. Durch die Kombination von Kommunikationstechnik, Informatik und Messtechnik sollen eine umfassende Beratung und Behandlung der Patienten sowie ein schneller Austausch medizinischer Daten, z. B. von Röntgenbildern, ermöglicht werden. Nach Überwindung technischer, struktureller, rechtlicher und ethischer Hürden könnte die Telemedizin die Behandlungsqualität verbessern, den Patienten das Leben erleichtern und die Behandlungskosten senken.

Neue Wege: Cybermedizin

Eysenbach definiert Cybermedizin als "globale Kommunikation zum Austausch von meist nicht klinischen, präventivorientierten Informationen". Mit Hilfe dieser neuen wissenschaftlichen Disziplin, angesiedelt zwischen Medizininformatik und Public Health, soll das Internet für Gesundheitsförderung und evidenzbasierte Medizin genutzt werden. Denn das Internet ist mehr als eine Informationsquelle, es ermöglicht als wechselseitiges Kommunikationsmedium.EU10/01

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau  10/01 ab Seite B37.

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