Nahrungsergänzungsmittel: Supplementeinnahme in Europa

In vielen Ländern lässt sich eine Steigerung der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beobachten, obwohl der gesundheitliche Nutzen bei normalem Ernährungsstatus und -bedarf umstritten ist. Forscher der University of Bergen in Norwegen untersuchten, welche Unterschiede hinsichtlich der Supplementeinnahme in europäischen Ländern bestehen [1].

Hierzu werteten sie die Daten der jeweils aktuellen (Durchführung: 2001–2013) nationalen Verzehrstudien von elf europäischen Ländern hinsichtlich der Häufigkeit und Art der Supplementeinnahme aus: Deutschland, Österreich, Niederlande, Norwegen, Schweden, Italien, Frankreich, Irland, Finnland, Dänemark und Großbritannien.

Der Anteil an Personen, die Supplemente einnahmen, lag zwischen 5 und 62 % und war in Nordeuropa höher als in Südeuropa. Ein höherer Gebrauch von Supplementen war zudem mit weiblichem Geschlecht, höherem Lebensalter und längerer Bildungsdauer assoziiert. Die am häufigsten eingenommenen Supplemente waren Multivitamin- und Mineralstoffpräparate sowie n-3-Fettsäuren; unter den Vitaminen war Vitamin D das am häufigsten eingenommene Präparat.

Im Ländervergleich zeigt die Auswertung, dass die Einnahmehäufigkeit in Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld liegt. Zudem ist die Einnahme von Supplementen in Europa zwar steigend, aber immer noch niedriger als in den USA.

Literatur: 1. Dierkes J, Welland N, Theofylaktopoulou D (2016) Supplementeinnahme in Europa – eine Übersicht. Proc Germ Nutr Soc (21): 19



Den Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 05/16 auf Seite M260.

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