Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Ernährungsreport 2025 „Deutschland, wie es isst“
- 14.01.2026
- Print-News
- Redaktion
Das BMLEH veröffentlicht den Ernährungsreport seit 2015 jährlich auf Basis einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter rund 1000 Bundesbürgerinnen und -bürgern ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten.
Was sich über die vergangenen zehn Jahre nicht geändert hat: Essen soll schmecken. Nahezu allen Befragten ist der Geschmack beim Essen sehr wichtig oder wichtig (98 %). Gesundes Essen ist für 90 % der Befragten sehr wichtig oder wichtig und steht an zweiter Stelle. Außerdem kochen die meisten gern, 43 % so gut wie jeden Tag. Auch dieser Anteil ist seit 2015 etwa gleich. 71 % der Befragten essen mindestens einmal am Tag Gemüse und Obst und 64 % Milchprodukte wie Joghurt oder Käse. 24 % nehmen (mehrmals) täglich Fleisch oder Wurst zu sich. Dieser Anteil ist seit 2015 (34 %) signifikant gesunken, seit vergangenem Jahr ist er nahezu konstant (2024: 23 %).
Dass es schnell geht, wird wichtiger: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 %) findet es sehr wichtig oder wichtig, dass sich das Essen einfach und schnell zubereiten lässt (vgl. 2015: 45 %).
Auch der Preis wird beim Einkaufen wieder mehr beachtet (2015: 58 %, 2020: 46 %, 2025: 59 %).
Beim Einkauf achten 79 % darauf, dass Gemüse und Obst saisonal sind. 77 % geben an, es treffe vollkommen oder eher zu, dass sie darauf achten, wie das Tier gehalten wurde, von dem das Lebensmittel stammt. Dass die Produkte aus ihrer Region kommen, darauf achten viele Befragte beim Lebensmitteleinkauf. 77 % geben an, dass dies vollkommen oder eher auf sie zutrifft. Je nach Produkt spielt die regionale Herkunft eine unterschiedliche Rolle: Bei Eiern, bei frischem Gemüse und Obst sowie Brot und Backwaren ist sie am höchsten, bei Süßwaren und herzhaften Knabbereien am niedrigsten.
Tierwohl und „Bio“ sind wichtiger geworden: Von 2015 bis 2025 zeigt sich ein jeweils signifikant steigender Trend für den Anteil der Befragten, die immer oder meistens auf das Tierwohllabel (2015: 36 %, 2025: 65 %) bzw. das Bio-Siegel (2015: 47 %, 2025: 59 %) achten.
Der Nutri-Score ermöglicht einen schnellen Vergleich der Nährwerte eines Lebensmittels innerhalb einer Produktgruppe: Er wird beim Einkauf signifikant häufiger wahrgenommen (2021: 44 %, 2025: 90 %).
Die Erwartungen an einen landwirtschaftlichen Betrieb sind vielfältig: Im Vordergrund stehen für die Befragten eine „artgerechte Haltung der Tiere“ (59 %), eine „faire Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ (56 %) sowie die „Qualität der Produkte“ (52 %).
Ebenfalls sehr wichtig sind für 42 % die „Anwendung umweltschonender Produktionsmethoden“, für 41 % die „Offenheit und Transparenz des Betriebes“ und für jeweils 38 % die „Vermarktung der Produkte in dessen Region“ sowie die „Verringerung gesundheitsbelastender Emissionen der landwirtschaftlichen Produktion“. Für 37 % ist der „Insektenschutz“ von großer Bedeutung.
Neu in dem diesjährigen Ernährungsreport ist eine Aufschlüsselung und Darstellung nach der Größe des Wohnorts. Die Lebensrealitäten der Menschen und ihre Ernährungsweisen und -vorlieben sind unterschiedlich. Die Einkaufsgewohnheiten, was den Befragten jeweils wichtig ist beim Einkauf von Lebensmitteln, ob und wie sie kochen oder ob sie sich Lebensmittel liefern lassen, hängt von ihren jeweiligen Wohnorten ab. Befragte, die in Orten mit weniger als 5000 Einwohner* innen leben, geben häufiger als Befragte aus größeren Orten an, täglich zu kochen und darauf zu achten, dass die Produkte aus ihrer Region kommen.
Befragte, die in Großstädten wohnen, geben etwas häufiger als die übrigen Befragten an, sich in den letzten zwölf Monaten Lebensmittel oder Getränke nach Hause liefern gelassen zu haben.
Literatur
1. Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Deutschland, wie es isst – der BMLEH-Ernährungsreport 2025. www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2025.html (last accessed on 10 December 2025).
Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2026 auf Seite M7.