Gewichtsabnahme: Neues Medikament für die Adipositastherapie?

Semaglutid ist ein Glukagon-Like Peptid 1(GLP-1)-Analogon, welches – ähnlich wie das körpereigene Darmhormon GLP-1 – ein Sättigungsgefühl erzeugt. Für die Therapie von Diabetes mellitus Typ 2 ist es aufgrund seiner blutglukosesenkenden und die Insulinproduktion steigernden Wirkung in Europa seit Anfang 2018 zugelassen, für Adipositas noch nicht.

In einer internationalen Studie an ca. 900 PatientInnen, veröffentlicht in Lancet, wurde die Wirkung von Semaglutid erstmals in einer Humanstudie mit adipösen ProbandInnen (mittlerer BMI 39) untersucht [1]. Innerhalb von einem Jahr reduzierten die StudienteilnehmerInnen der Interventionsgruppe, die Semaglutid einnahmen, ihr Körpergewicht (KG) signifikant stärker im Vergleich zu Placebo (bis zu 14 % KG Semaglutid vs. ca. 2 % KG Placebo). Das Medikament wurde den Studienautoren zufolge von den PatientInnen gut vertragen, Nebenwirkungen wurden als nicht kritisch eingestuft (v. a. Übelkeit). Ähnlich wie bei bariatrischen Operationen wirkt sich eine deutliche Gewichtsabnahme durch Medikamente positiv auf kardiovaskuläre Risikofaktoren aus, weswegen einer medikamentösen Behandlung schwerst übergewichtiger PatientInnen große Aufmerksamkeit seitens der Forschung gewidmet wird.

Literatur

1. O’Neil PM, Birkenfeld AL, Mc Gowan B (2018) Efficacy and safety of semaglutide compared with liraglutide and placebo for weight loss in patients with obesity: a randomised, double-blind, placebo and active controlled, dose-ranging, phase 2 trial. Lancet 392: 637–649

Quelle: Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus Dresden, Pressemeldung vom 11.09.2018



Diesen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 1/2019 auf Seite M9.

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