Ernährungsumschau

Im Test: Bio-Limonaden

  • 01.02.2008
  • News
  • Redaktion

Öko-Brausen wie die Bionade sind hipp und gelten als gesund. Tatsächlich versprechen aber viele Anbieter mehr, als ihre Bio-Limonaden halten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins ÖKO-TEST.

Hauptkritikpunkt der Warentester: Viele Limos sind zu süß und enthalten Zusatzstoffe.
Dabei erwartet man von Bio-Limonade zumindest eine zuckerarme Variante. Vier Produkte im Test standen aber im Zuckergehalt der konventionellen Konkurrenz kaum nach. In Bio Quell Zitrone, Neuform, die im Reformhaus angeboten wird, stecken umgerechnet sogar 11 Stück Würfelzucker pro 330 ml.

Auch mit Aromastoffen sparen die Hersteller nicht: Nur vier Bio-Brausen kommen ohne aus, der Rest hilft mit natürlichen Aromen nach. Wobei „natürlich“ nicht heißt, dass die Aromen immer nur aus echten Früchten stammen, zum Teil werden sie mithilfe von Enzymen und Bakterien hergestellt. Viele Anbieter sparen nicht mit Zusatzstoffen. Die sind in der EU-Öko-Verordnung zwar alle erlaubt, lassen bei vielen Verbrauchern aber doch Zweifel an der wahren Bio-Philosophie der Firmen aufkommen.

Im Honey Saps Lemon plus Aloe Vera von Neumarkter Lammsbräu stecken erhöhte Mengen des nervengiftigen Schwermetalls Blei. Einen Grenzwert für Limonaden gibt es nicht, der für Trinkwasser ist überschritten. Weil Limonade aber normalerweise nicht wie Wasser getrunken wird, wird der Gehalt von des Testern weniger streng bewertet. In der Bionade Ingwer-Orange war eine relativ hohe Nickelmenge. Das Schwermetall kann bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. ist aber gesundheitlich weniger problematisch als Blei.

Insgesamt, so das Fazit der Tester, können einige Bio-Trendlimos durchaus eine willkommene Alternative zu üblichen Soft-Drinks sein. Als Durstlöscher, die in großen Mengen getrunken werden, eignen sich aber Mineralwasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen besser.

Die vollständigen Untersuchungsergebnisse von 13 verschiedenen Marken sind in der Januar-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins veröffentlicht. Weitere Informationen: www.oeko-test.de

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