Ernährungsumschau
Sitz der DKG in Berlin © DKG; Foto: ro-b.com
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Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft zur ketogenen und kohlenhydratarmen Diät

  • 01.10.2014
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  • Redaktion

Seit einiger Zeit wird Tumorpatienten eine Ernährung angeboten, die in unterschiedlichem Ausmaß arm an Kohlenhydraten (KH) ist. Als Begründung für diese Ernährungsumstellung wird angeführt, dass der Stoffwechsel von Tumorzellen von Kohlenhydraten abhängig sei. Je nach Interpretation der Daten versprechen Anhänger der Diät entweder einen direkten Einfluss auf das Tumorwachstum und die Metastasierung, eine Verbesserung der Wirksamkeit von Chemo- und/oder Strahlentherapie bzw. eine bessere Verträglichkeit insbesondere der Chemotherapie. Beruhend auf einer systematischen Literaturrecherche im Juni 2014 nimmt die Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRiO) in der Deutschen Krebsgesellschaft jetzt dazu Stellung.

Folgende Standpunkte vertritt die Deutsche Krebsgesellschaft:

1. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt keine wissenschaftliche Untersuchung vor, die belegt, dass eine derartige Kostform Wachstum und Metastasierung eines Tumors beim Menschen verhindern bzw. zurückdrängen kann.

2. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt auch keine wissenschaftliche Untersuchung vor, die beweist, dass eine derartige Kostform die Wirksamkeit einer Chemo- und/oder Strahlentherapie verbessert.

3. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt desweiteren keine wissenschaftliche Untersuchung vor, die beweist, dass die Verträglichkeit einer Chemotherapie beim Menschen durch diese Kostform verbessert wird.

Zum derzeitigen Zeitpunkt kann eine Anwendung einer kohlenhydratarmen oder ketogenen Diät für diese Indikation nicht empfohlen werden.

Bisher gibt es nur wenige Untersuchungen zur ketogenen Diät bei an Krebs erkrankten Menschen. In keiner dieser Untersuchungen konnte eine Rückbildung von Tumoren, eine Verlängerung des Überlebens, eine Verbesserung des Therapieansprechens oder eine Verminderung von Nebenwirkungen durch die ketogene Diät belegt werden.

Die Akzeptanz bei den Patienten ist relativ niedrig, was auf Einschränkungen der Lebensqualität durch die strengen Regeln insbesondere der ketogenen Diät hinweist. Zudem zeigen die wenigen Studien am Menschen, dass Tumorpatienten mit einer Gewichtsabnahme oft eine schlechtere Prognose haben. Kostformen, die zu einer Gewichtsabnahme führen, sind deshalb bedenklich. Es gibt jedoch Hinweise, dass eine Erhöhung der Fettzufuhr ohne Kohlenhydratrestriktion einen positiven Effekt bei Patienten mit Tumorkachexie haben könnte.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft 

www.prio-dkg.de/

Bild: Der Sitz der DKG in Berlin / © DKG; Foto: ro-b.com

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