Ernährungsumschau

Tipps gegen Lebensmittelinfektionen im Sommer

  • 06.08.2004
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  • Redaktion

Grill-Partys und Feste unter freiem Himmel haben jetzt wieder Hochkonjunktur. Doch wenn Salate, rohe Fleisch- und Fischwaren oder die cremige Nachspeise zu lange bei heißen Temperaturen draußen stehen, können schon wenige Bissen zu Durchfällen und Bauchweh führen – meistens durch eine Infektion mit Salmonellen oder anderen Mikroorganismen verursacht. Besonders bei älteren Menschen oder bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem können Lebensmittelinfektionen solche Komplikationen auslösen. Aber auch Kinder und Schwangere reagieren empfindlich auf verdorbene Speisen. Um dies zu vermeiden, sollten folgende Empfehlungen zum Umgang mit Lebensmitteln bei sommerlichen Temperaturen beachtet werden:  

  • Problematische Lebensmittel: Fleisch, Wurst, Geflügel, Eierspeisen, Milchprodukte und Räucherfisch sind optimale Nährböden für Mikroorganismen. Keime können aber auch über pflanzliche Lebensmittel – zum Beispiel Sprossen oder Schnittsalate – übertragen werden. Vor allem rohe oder unzureichend gegarte Fleischgerichte (inklusive Brathähnchen), Mett- und Tartarbrötchen, Feinkostsalate und Speisen mit rohen Eiern – wie Tiramisu oder Mousse au chocolat – reagieren auf warme Temperaturen übel. Aber auch durchgegarte und anschließend unzureichend gekühlte Speisen können Lebensmittelinfektionen auslösen, wenn die Lebensmittel mit schmutzigen Fingern oder unsauberem Geschirr in Berührung kommen.
  • Einkauf und Lagerung: Bei leicht verderblichen Lebensmitteln darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Das heißt, diese Produkte sollten beim Einkaufen rasch in die Kühltasche und zuhause sofort in den Kühlschrank wandern. Empfindliche Lebensmittel nur in kleinen Mengen im Kühlschrank lagern und zügig verbrauchen. Rohe, nicht erhitzte Lebensmittel müssen immer getrennt von bereits zubereiteten Speisen – am besten in verschließbaren Boxen – aufbewahrt werden. Darauf achten, dass kein Tropfwasser – zum Beispiel Auftauwasser von Fleisch, Fisch oder Geflügel – auf verzehrfertige Lebensmittel tropft. An heißen Tagen den Kühlschrank auf unter fünf Grad Celsius einstellen.
  • Zubereitung: Fleisch, Hackfleisch, Geflügel und frische Bratwurst müssen gründlich durchgebraten bzw. durchgegart werden, bis sich Fleischsaft absondert und das Fleisch innen nicht mehr rot ist. Beim Widererhitzen von Lebensmitteln darauf achten, dass der Siedepunkt erreicht und alle Bestandteile gut erhitzt werden. Speisen mit rohen Eiern oder Mayonnaise sowie kalte Gerichte gehören nach der Zubereitung sofort für höchstens 24 Stunden in den Kühlschrank. Ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere und immungeschwächte Personen sollten Speisen mit rohen Eiern oder Mayonnaise meiden.
  • Küchen- und Arbeitsmittelhygiene: Bevor es ans Putzen, Zerlegen und Schneiden geht und auch zwischen den Arbeitsgängen: Hände sorgfältig waschen. Arbeitsflächen und alle Utensilien, die mit Fleisch, Fisch, Geflügel und rohen Eiern in Berührung waren, sofort nach dem Benutzen mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen. Zerkratzte Schneidebretter – egal ob aus Holz oder Plastik – öfter ersetzen, weil sich in den Ritzen Keime gut vermehren können. Spüllappen, -bürsten und Geschirrhandtücher regelmäßig wechseln bzw. waschen. Tipp: Eine Plastik-Spülbürste wird in der Spülmaschine prima sauber. Bei kleineren Handverletzungen Wunden abdecken, da diese mit Keimen infiziert sein können. (06.08.04)
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