Ernährungsumschau

Welternährungsorganisation – Steigende Nahrungsmittelpreise bedrohen die Ärmsten

  • 07.05.2008
  • News
  • Redaktion

In den vergangenen Monaten sind die Preise für Grundnahrungsmittel weltweit stark gestiegen. Leidtragend sind vor allem die Ärmsten, die die Rekordpreise nicht mehr bezahlen können. In ihrem in Rom veröffentlichten Quartalsbericht macht die Welternährungsorganisation darauf aufmerksam, dass diese Entwicklung weltweit Millionen Menschen bedrohe.

Der explosionsartige Anstieg der Lebensmittelpreise und die Verteuerung von Brennstoff haben besonders in Entwicklungsländern zu Unruhen geführt. Zu gewaltsamen Protesten kam es unter anderem in Ägypten und Haiti. In Pakistan und Thailand musste die Armee Warenhäuser und Felder vor Plünderungen schützen.

Als Gründe für den Anstieg der Getreidepreise nennt die FAO eine ständig zunehmende Nachfrage, Versorgungsengpässe und Exportrestriktionen. Wichtige Exporteure von Reis, wie Vietnam, China, Indien, Kambodscha und Ägypten haben bereits die Ausfuhr von Reis begrenzt, um die Versorgung im eigenen Land zu sichern.

Negativ wirkt sich auch aus, dass in vielen von der Nahrungsmittelkrise betroffenen Ländern die landwirtschaftliche Entwicklung in den letzen Jahren vernachlässigt worden ist, sodass große landwirtschaftlich nutzbare Flächen brachliegen. Zusätzlich gleichen sich in einigen dicht bevölkerten Schwellenländern die Ernährungsgewohnheiten denen der Industrieländer an. Mit zunehmendem Fleischkonsum werden jedoch mehr Flächen für die Futtermittelproduktion benötigt. Hinzu kommt, dass immer mehr Ackerflächen für die Produktion von Biokraftstoffen benötigt werden und die Transportkosten steigen.

Die angespannte Versorgungslage könnte sich nach Ansicht der FAO in diesem Jahr aber etwas verbessern. Bei Getreide wird mit einer Rekordernte von 2,16 Mrd. t gerechnet, 2,6 % mehr als im Vorjahr. Am meisten legt nach den Schätzungen der FAO die Erntemenge von Weizen zu.
Weitere Informationen sind auf den Internetseiten der Welternährungsorganisation www.fao.org und der Welthungerhilfe www.welthungerhilfe.de zu finden.

Quellen: Welternährungsorganisation, Pressemeldung vom 11.04.08, Welthungerhilfe Pressemeldung vom 10.04.08, zmp, Pressemeldung vom 09.04.08  (07.05.08)

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