Ernährungsumschau

Grenzwerte des Pflanzenschutzmittels Amitraz in türkischen Birnen erheblich überschritten

  • 07.10.2008
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  • Redaktion

Nach Auffälligkeiten im Vorjahr wurden erneut bei der Untersuchung von Birnen aus neun verschiedenen Herkunftsländern das in der EU nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel Amitraz in Birnen aus der Türkei nachgewiesen. Alle Proben aus der Türkei waren mit Rückständen deutlich über dem Grenzwert belastet, wie der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, mitteilte. Nachdem Eigenkontollen nicht greifen, müssten EU-weite Einfuhrbeschränkungen für Birnen aus der Türkei gelten.

Der Wirkstoff Amitraz wirkt als Insektizid (gegen Insekten) und Akarizid (gegen Spinnentiere) und ist in Deutschland seit einigen Jahren und in der EU seit Anfang 2008 nicht mehr zugelassen. Die festgestellten Gehalte wiesen mehrfach stark überhöhte Ausschöpfungen der akuten Referenzdosis (ARfD) bezogen auf Kleinkinder auf, so dass eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung bei hohem Konsum nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Bisher wurden 2008 insgesamt 65 Proben von Birnen untersucht, von denen sämtliche 17 Proben türkischer Herkunft einen Amitrazgehalt von 0,49-2,9 Milligramm/kg Birnen aufwiesen, der deutlich höher liegt als die in der Rückstandshöchstmentenverordnung festgelegte Höchstmenge von 0,05 mg/kg Birnen. Damit verbunden war eine deutliche Ausschöpfung des ARfD-Wertes von bis zu 2.647 Prozent. Mindestens 3,8 Tonnen belastete Ware konnte aus dem Verkehr genommen werden. Der ausführliche Untersuchungsbericht kann im Internet unter www.untersuchungsaemter-bw.de abgerufen werden. Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs vom 01.10.08 (07.10.08)

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