Ernährungsumschau
Die Mauer ist weg, Ost und West konsumieren trotzdem unterschiedlich / © Thinkstock / NatalyaLucia
Die Mauer ist weg, Ost und West konsumieren trotzdem unterschiedlich / © Thinkstock / NatalyaLucia

Konsum nach der Wende: Osthaushalte mögen Margarine

  • 07.11.2014
  • News
  • Redaktion

Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall gibt es noch Unterschiede im Einkauf und Konsum der Menschen in Ost und West - vor allem bei der älteren Generation. Das haben, wie der aid Infodienst in seinem Newsletter berichtet, Untersuchungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im aktuellen Consumer Index gezeigt.

Seit der Wiedervereinigung hat sich das Einkaufsverhalten in Ost und West zwar angenähert, aber die Verbraucher aus dem Osten haben sich einige Konsumgewohnheiten bewahrt, die sie vom Westen unterscheiden. So essen Ostdeutsche zum Beispiel besonders gerne Margarine. Der Mehrverbrauch ist in den vergangenen zehn Jahren aber von 85 Prozent auf 51 Prozent zurückgegangen. Auch im Butterverzehr liegt Ost vor West (plus 29 Prozent), dafür wird weniger Speiseöl gekauft (minus 27 Prozent). Es liegt nahe, dass die Margarine auch zum Kochen und Braten genutzt wird. Bei Senf (64 auf 37 Prozent), Ketchup (62 auf 27 Prozent) und Gurkenkonserven (51 auf 17 Prozent) ist der Mehrverbrauch seit 1995 ebenfalls zurückgegangen. Auch heute noch essen die Menschen im Osten im Vergleich zum Westen mehr Kartoffeln (plus 14 Prozent), aber deutlich weniger Eier (minus 43 Prozent) und Teigwaren (minus 30 Prozent).  

Im Osten werden dafür mehr Bier und Spirituosen eingekauft: Der Marktanteil an den alkoholischen Getränken liegt bei 62 Prozent, während Wein und Sekt weniger beliebt sind (30 Prozent). In Westdeutschland sind die Marktanteile nahezu ausgeglichen. Bei jüngeren Menschen bis 45 Jahre sind die Ost-West-Unterschiede im Alkoholkonsum deutlich geringer. Offenbar scheinen für die junge Generation, die mit dem Westangebot aufgewachsen sind, Ost-Traditionen eine geringere Bedeutung zu haben.

Über zweihundertmal im Jahr kaufen die Deutschen im Durchschnitt Produkte des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel, Körperpflegeprodukte und Waschmittel ein. Westhaushalte geben im Jahresdurchschnitt einige hunderte Euro mehr aus als Osthaushalte. Das hat vielfältige Gründe wie höhere Einkommen und höhere Preise. Zudem kaufen die Ostdeutschen seltener im Fachhandel sowie im Super- und Verbrauchermarkt ein. Sie bevorzugen in erster Linie SB-Warenhäuser, in denen sie auch ein breites Angebot an regionalen Marken finden.  

Quelle: www.aid.de / Heike Kreutz

Weitere Informationen: GfK Consumer Index

Bild: Die Mauer ist weg, Ost und West konsumieren trotzdem unterschiedlich / © Thinkstock / NatalyaLucia

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