Ernährungsumschau

TK-Erdbeeren wahrscheinlich Ursache des Ausbruchs von akutem Brechdurchfall in den östlichen Bundesländern

  • 08.10.2012
  • News
  • Redaktion

Eine Charge Tiefkühl-Erdbeeren ist nach den Ermittlungen des Robert Koch-Institutes (RKI) und der beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angesiedelten „Task Force“ des Bundes und der Länder die wahrscheinliche Ursache für den in Deutschland bisher größten lebensmittelbedingten Gastroenteritis-Ausbruch in Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die verdächtige Ware wurde bereits gesperrt und zurückgerufen.

Nach Bekanntwerden des Ausbruchs hat das Robert Koch-Institut (RKI) umgehend epidemiologische Studien zur Aufklärung des verantwortlichen Lebensmittels initiiert und durchgeführt. In diesen vier Fall-Kontroll-Studien wurden an Brechdurchfall Erkrankte und nicht Erkrankte bzw. betroffene/nicht betroffene Einrichtungen anhand von Speiseplänen befragt, welche Speisen sie in den Tagen vor dem Erkrankungsbeginn verzehrt bzw. ausgegeben hatten.

Diese Studien zeigen einen starken und statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Erdbeerspeisen, die aus TK-Erdbeeren einer Charge zubereitet wurden, und den Erkrankungen an Brechdurchfall. Inzwischen wurden in den Landeslaboren bei einem beträchtlichen Teil der Patienten Noroviren nachgewiesen. Somit haben sich die Hinweise verdichtet, dass Noroviren der ursächliche Erreger für den Ausbruch waren. Allerdings können andere Erreger bzw. bakterielle Toxine zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die vom Gastroenteritis-Ausbruch betroffenen Einrichtungen von mindestens zehn regionalen Küchen eines Cateringunternehmens mit Lebensmitteln beliefert. Die Rückverfolgung in den Bundesländern ergab weiter, dass alle betroffenen Küchen die TK-Erdbeeren von einem Lieferanten in Sachsen erhalten haben. Es gibt keine Hinweise, dass die betroffene Ware in den Einzelhandel gelangt ist. Sie wurde nur an Großküchen geliefert. Der Lieferant hat die betroffene Ware auf Anraten der zuständigen sächsischen Lebensmittelüberwachungsbehörde gesperrt und zurückgerufen. Das Land Sachsen konnte von der betroffenen Ware eine vollständige Lieferliste erstellen und überwacht die Rückführung ggf. noch in den Lagern vorhandener Ware.

Weitere Küchen in Ostdeutschland, die nach derzeitigem Kenntnisstand nicht mit den Erkrankungen im Zusammenhang stehen, haben zwar überwiegend ebenfalls TK-Erdbeeren der verdächtigen Charge erhalten. Diese wurden in den Küchen jedoch bei der Herstellung von Kompott vielfach erhitzt. Einige Verpflegungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt und Sachsen, die von zwei anderen Cateringunternehmen beliefert wurden, und bei denen es ebenfalls zu Erkrankungen kam, hatten ebenfalls die verdächtigen Erdbeeren verarbeitet und ausgegeben. Diese Informationen bestätigten den Verdacht, dass vermutlich nur eine Charge TK-Erdbeeren für den Ausbruch verantwortlich ist, und die ausreichende Erhitzung eine entscheidende Rolle spielte.

In den bisher untersuchten Lebensmittel- und Umgebungsproben wurden keine Noroviren gefunden. Ein Teil der beim sächsischen Hersteller und bei den Cateringfirmen vorhandenen Rückstellproben der betroffenen Charge werden derzeit noch untersucht. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Mitte der Woche vorliegen. Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und Robert Koch-Institut (RKI), Gemeinsame Pressemeldung vom 05.10.2012 (09.10.12)

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