Ernährungsumschau

Essen und Trinken in Deutschland: DGE-Sektion informiert Hessen

  • 09.03.2010
  • News
  • Redaktion

Die DGE Sektion Hessen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Ernährungsaufklärung auf Landesebene voranzutreiben. Die Umsetzung der Aufklärungsarbeit erfolgt durch die Bereitstellung ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse an Fachkräfte und die Verbesserung des Ernährungswissens im Alltag.

Mit 2 Tagungen in Wiesbaden und Kassel zum gleichen Thema informierte die Sektion im Februar 2010 Fachkräfte über Ergebnisse des DGE Ernährungsberichts 2008 hinsichtlich der Themen „Ernährung älterer Menschen in stationären Einrichtungen“ sowie „Qualität der Verpflegung in Betriebskantinen“. Die erste Veranstaltung am 18. Februar im Museum Wiesbaden erfreute sich großen Interesses seitens der ca. 140 Fachkräfte, vorwiegend aus Klinik- und Rehabereich.

Die Betriebsverpflegung in Deutschland zeigt ein heterogenes Bild. Art, Qualität und Umfang des Angebotes sowie die Qualitätssicherung sind nicht von der Anzahl der produzierten Essen abhängig. Qualitativ hochwertige Speisenangebote, gut organisierte Abläufe sowie qualitätssichernde Maßnahmen sind in kleinen und großen Einrichtungen gleichermaßen anzutreffen. Die Qualitätssicherung in den Einrichtungen zeigt Optimierungsbedarf in der Personalqualifizierung und Entwicklung des tatsächlichen Einsatzes speziell einsetzbarer Qualitätsmanagementmaterialien, berichtete Dr. Cornelia PFAU vom Max Rubner Institut in Karlsruhe in einer Bestandsaufnahme des Jahres 2006.

Herr Prof. Dr. Helmut HESEKER, Universität Paderborn, konzentrierte sich in seinem Vortrag auf die Ernährung älterer Menschen in stationären Einrichtungen. Durch die ErnstES-Studie liegen erstmals aussagekräftige Daten zur Nährstoffversorgung älterer Menschen in Einrichtungen der Altenpflege vor, die klar auf ein erhebliches Ernährungsdefizit älterer Menschen im stationären Bereich hinweisen. Viele Senioren und Seniorinnen unterschreiten die Referenzwerte der DGE für die tägliche Nährstoffzufuhr erheblich. Als besonders problematisch muss die Versorgung mit Vitamin D angesehen werden.

Die DGE Qualitätsstandards für „Senioren in stationären Einrichtungen“ sollen helfen, diese Situation zu verbessern. Sie unterstützen nicht nur bei der Optimierung des Speisenangebots, sondern bieten auch Hilfe bei einer liebevollen Gestaltung der Speisendarbietung und der Essatmosphäre.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen finden fundierte und gleichzeitig praxisnahe Informationen zur Umsetzung einer guten Verpflegungsqualität nach dem Modell von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Mit der Umsetzung der Standards sichern die Verantwortlichen ein qualitativ hochwertiges Angebot und tragen zum Wohlbefinden älterer Menschen bei. Fachkräfte finden zur Unterstützung zahlreiche Informationsmaterialien der DGE-Bundesgeschäftstelle (www.dge.de). Interessierte Einrichtungen können durch die Erfüllung der Qualitätsstandards eine DGE-Zertifizierung erhalten, erläuterte Dr. M. BÖLTS, Leiterin des Referats Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung der DGE.

Die Verbreitung der DGE Qualitätsstandards für die Bereiche Betriebsverpflegung, Schulen, Kindergärten und Senioren in stationären Einrichtungen in Hessen erfolgt durch die Sektion in Zusammenarbeit mit der Hessischen Landesregierung. 2000 Schulen, 3800 Kindertagesstätten und 1400 Heime konnten bisher erreicht werden. (09.03.10)

Das könnte Sie interessieren
Alte Bücher. © VeranoVerde / iStock / Thinkstock
Geschichte der deutschen ernährungswissenschaftlichen Gesellschaften weiter
© karandaev / iStock / Thinkstock
Warum steigt der Vitamin-E-Spiegel mit dem Alter? weiter
Menschen klatschen. © shironosov / iStock / Thinkstock
Individuelle Lebensstilfaktoren beeinflussen Ernährung weiter
Krebskranke Frau im Krankenhaus. © KatarzynaBialasiewicz / iStock / Thinkstock
Gesunde Ernährung und Bewegung beugen vor weiter
© altrendo images / Stockbyte / Thinkstock
Entwicklung und Test eines Messinstruments zur „nutrition literacy" weiter
© mheim3011 / iStock / Thinkstock
Barmer GEK berichtet von deutlich mehr Betroffenen weiter