Ernährungsumschau

Lebensmittel wurden in der EU deutlich teurer

  • 09.04.2008
  • News
  • Redaktion

Für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke mussten die Verbraucher in 2007 europaweit mehr bezahlen als im Jahr zuvor. Im Durchschnitt der 27 Mitgliedstaaten erhöhten sich die Preise gegenüber 2006 um 3,5 %, zitiert der Landvolk-Pressedienst (LPD) vorläufige Zahlen von Eurostat. Damit wurde die allgemeine Inflationsrate um 1,1 % übertroffen. Besonders deutlich zogen die Preise in Osteuropa an.

Die Preissteigerungen fielen in Bulgarien und Lettland mit je 13,5 % am stärksten aus. In Ungarn stiegen die Preise für Lebensmittel um 12 % und in Litauen um 11,1 % an. Im Rahmen hielten sich dagegen die Preiserhöhungen für Lebensmittel in den meisten der „alten“ EU-Mitgliedstaaten. So mussten beispielsweise die Verbraucher in Dänemark 4,9 % und in Großbritannien 4,5 % mehr bezahlen als im Jahr zuvor. In Spanien legten die Preise um 3,7 % zu, während sie in Italien und Deutschland mit jeweils 2,9 % unterhalb der Steigerungsrate des EU-Mittels blieben. In den Niederlanden wurden die Lebensmittel um 1,6 %, in Frankreich um 1,4 % und in Estland um 0,4 % teurer als vor Jahresfrist.

Nur in Frankreich und Griechenland bleiben die Preissteigerungsraten für Lebensmittel hinter der allgemeinen Inflationsrate zurück, wodurch sie dort wie in der Vergangenheit auch in 2007 als „Inflationsbremse“ wirken konnten.

EU-weit verteuerten sich Brot und Cerealien im Produktvergleich mit einem Plus von 4,9 % am deutlichsten. Die Preise legten damit in einer der Sparten zu, in der der Erlösanteil der Landwirte am Endprodukt sehr gering ist.

Deutlich tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucher auch für Milch, Käse und Eier, für die im Mittel der 27 EU-Länder eine Teuerungsrate von 4,5 Prozent ermittelt wurde. Die Preise für Gemüse zogen im Schnitt um 4,4 % an, während Obst durchschnittlich 3,7 % mehr kostete als im Jahr zuvor. Dagegen mussten die Verbraucher für Fleisch nur etwa 2,8 % mehr ausgeben als in 2006, die Preise für Öle und Fette zogen um durchschnittlich 0,8 % an.

Etwas günstiger als im EU-Mittel haben sich die Preise für die einzelnen Produktsparten in Deutschland entwickelt. Während die allgemeine Inflationsrate hierzulande mit 2,3 Prozent knapp unter dem EU-Durchschnitt von 2,4 % lag, zogen auch die Preise für Brot und Cerealien mit 3,1 % oder Fleisch mit 2,1 Prozent weniger stark an als im EU-Mittel. Obst wurde um 2,4 % und Gemüse um 3,0 % teurer als im Jahr zuvor. Während die deutschen Verbraucher für Milch, Käse und Eier etwa 4,9 % mehr ausgeben mussten als in 2006, stiegen die Preise für Öle und Fette in der Bundesrepublik mit einer Rate von 11,1 % erheblich stärker an als im EU-Durchschnitt. (LPD 10/2008)
Quelle: Landvolk Niedersachsen, Pressemeldung, www.landvolk.net (01.04.08)

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