Ernährungsumschau

Warnung vor dem Fuchsbandwurm

  • 09.10.2009
  • News
  • Redaktion

Das Sammeln von Pilzen ist im Herbst sehr beliebt, aber die Pilze können mit den Eiern des Fuchsbandwurmes behaftet sein. Das gilt auch für bodennah wachsende Früchte, wie z. B. Heidelbeeren und Brombeeren. „Infektionen mit dem Kleinen Fuchsbandwurm gehören zu den gefährlichsten Erkrankungen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können!“, warnt Prof. Frerk FELDHUSEN, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.

„Das Tückische: Die Zeit zwischen Infektion mit dem Fuchsbandwurm und dem Ausbruch der Krankheit kann bis zu 15 Jahren betragen. Auch wenn die Überlebenszeit des infizierten Menschen heutzutage unter Dauermedikation verlängert werden kann, heilbar ist die Krankheit in der Regel nicht!“

Vor allem bei Füchsen aber auch bei Marderhunden wird der Fuchsbandwurm festgestellt. Der Befall hat in den letzten Jahren zugenommen. Infizierte Tiere scheiden mit dem Kot Wurmeier aus. Alles, was mit dem Kot in Berührung kommt, kann somit Träger von Fuchsbandwurmeiern sein. Auch fleischfressende Haustiere, z. B. Hunde, können betroffen sein, wenn sie infizierte Mäuse fressen. Damit ist der Mensch bei Kontakt mit dem Haustier ebenfalls in Infektionsgefahr.

Füchse und Marder wandern auch durch (Vor-)Gärten, Obstplantagen und über Felder. Daher ist es möglich, dass Kot von infizierten Tieren an kultivierte, bodennah wachsende Pflanzen und Früchte kommt. Rohes Obst und Gemüse sollte vor dem Verzehr sehr gründlich gewaschen werden. Das Abwaschen ist die einfachste Methode, Schaderreger und Schadstoffe an Lebensmitteln zu vermindern! Ebenso wichtig ist das Hände waschen vor dem Essen.

Hintergrund: Der Befall eines Organismus mit dem Fuchsbandwurm heißt Echinokokkose. Sie wird durch das Finnenstadium des Fuchsbandwurmes (Echinokokkus multicularis) hervorgerufen und gehört zu den gefährlichsten Zoonosen des Menschen. Die Krankheit hat einen schweren klinischen Verlauf mit einer hohen Sterblichkeit. Durch den Fuchsbandwurm werden Leber und andere Organe befallen und von den tumorartig wuchernden Parasiten zerstört.

Folgende Fakten gilt es zu beachten:
• möglichst keine rohen Waldfrüchte verzehren - kochen, backen über 70 Grad tötet die Bandwurmeier,
• hausübliches Einfrieren von minus 20 Grad tötet die Eier des Fuchsbandwurmes nicht ab/ebenso zeigen handelsübliche
• Desinfektionsmittel und Alkohol keine sofortige Wirkung,
• Hunde und Katzen sollten prophylaktisch in regelmäßigen Abständen entwurmt werden,
Anfassen von kranken/toten Tieren, besonders Füchsen, nur mit Handschuhen und Mundschutz.
Der Nachweis von Echinococcus multilocularis ist gemäß Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten zu melden. Quelle: Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (09.10.09)

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