Ernährungsumschau
© Morgan Lane Studios/iStockphoto.com
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Evaluation „Besser essen. Mehr bewegen KINDERLICHT-REGIONEN“

  • 12.06.2013
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  • Redaktion

Am 30. April 2013 fand am Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe die Tagung „Besser essen. Mehr bewegen. KINDERLEICHT-REGIONEN: Evaluationsergebnisse zum Modellvorhaben“ statt. Ziel des zu evaluierenden Modellvorhabens war es, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Kindern von der Geburt bis zum Ende des Grundschulalters zu verbessern, um eine normale Gewichtsentwicklung zu begünstigen.

Um dies zu erreichen, sollten Maßnahmen in allen Lebenswelten der Kinder wie Familie, Kita, Grundschule und Stadtteil modellhaft aus der Praxis heraus entwickelt, erprobt, bewertet und in den Regionen verstetigt werden. Zielgruppen der Maßnahmen waren Kinder bis zum Ende des Grundschulalters. Der Fokus sollte auf Kindern aus schwer erreichbaren Familien, z. B. bildungsfernen Familien und Familien mit Migrationshintergrund liegen, die besonders von Übergewicht betroffen sind. Eltern und Familien, Erzieher, Lehrer und weitere Multiplikatoren waren darüber hinaus Zielgruppen der Maßnahmen.

Ziel der externen Evaluation des Max Rubner-Instituts (MRI) war, herauszuarbeiten, mit welchen Maßnahmen und Partnern und in welchem strukturellen Kontext der Entstehung von Übergewicht bei Kindern dauerhaft vorgebeugt werden kann. Außerdem wurde untersucht, wie es gelingen kann, dass sich die unterstützten Netzwerke auch nach Ende der staatlichen Förderung selbstständig tragen bzw. in die Verantwortung lokaler Institutionen übergehen.

Die Ergebnisse in Kurzform:
1. Eine Kombination aus verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen erwies sich als Erfolg versprechend.
2. Längerfristige Maßnahmen zur Ernährungsbildung und Bewegungsförderung bei Kindern, aber auch bei deren Eltern, zeigen mehr Wirkung als eine einmalige Aktion.
3. Die Einführung von Maßnahmen für Kinder, die deren Bewegung fördern, ist gut. Werden diese Maßnahmen verzahnt mit Maßnahmen, die eine ausgewogene Ernährung unterstützen, ist dies besser. Besonders erfolgreich ist es, wenn diese Maßnahmen durch Stärkung der psychischen Gesundheit ergänzt werden.
4. Ein Zusammenschluss lokaler Akteure in Form eines interdisziplinären Netzwerks bündelt Kompetenzen und Ressourcen in der Region und sorgt so für koordinierte und zielorientierte Gesundheitsförderung und Prävention. Interdisziplinär zusammengesetzte Netzwerke begünstigen die Umsetzung von Maßnahmen in den verschiedenen Lebenswelten von Kindern und die Ausrichtung der Maßnahmen am tatsächlichen Bedarf der Zielgruppen.
5. Gesundheitsförderung sollte von Dauer sein, doch Projekte sind zeitlich begrenzte Vorhaben. Wird die Verstetigung eines Projektes nicht von Anfang an mitgedacht und mitgeplant, kommt es oft zum „Aus“ für ein ggf. erfolgreiches Projekt, bspw. weil keine Mittel zur Weiterfinanzierung des Personals vorhanden sind. Ein Faktor, der Verstetigung begünstigt und bereits im Vorfeld abgeklärt werden sollte ist, welche gesundheitsförderlichen Maßnahmen in eine Dauerstruktur überführt werden sollen.
6. Eine persönliche und vertrauensvolle Ansprache öffnet Türen; Aushänge, Elternbriefe oder Kursflyer sind bei der Zielgruppe eher ungeeignet, um sie zur Teilnahme zu motivieren.

Alle Bausteine und eine Kurzdarstellung der Ergebnisse finden Sie unter: www.mri.bund.de/no_cache/de/startseite/bemb-tagung.html
Abschlussbericht der Evaluation, Leitfaden für Planende und Entscheidungsträger & Abschlussbroschüre mit Darstellung der Modellprojekte: www.in-form.de/profiportal/in-form-erleben/projekte/besser-essen-mehr-bewegen-kinderleicht-regionen/download.html
Quelle: Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Pressemeldung vom 15.05.2013 (12.06.13)

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