Ernährungsumschau
© Erwin Wodicka/BilderBox.com
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IFB AdipositasErkrankungen: Erhöhter Taillenumfang erhöht schon bei Kindern das Krankheitsrisiko

  • 12.08.2013
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Je größer der Taillenumfang eines übergewichtigen Kindes oder Jugendlichen, umso höher ist das Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies gilt v. a. während der Pubertät und stärker für Jungen als für Mädchen. Dr. Susann BLÜHER vom Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen analysierte im Rahmen einer multizentrischen Erhebung die Daten von 1278 Kindern und Jugendlichen im Alter von 11–18 Jahren. Die Studie [1] wurde kürzlich im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism veröffentlicht.

Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen verschiedenen Körpermaßen wie Taillenumfang, Body-Mass-Index (BMI) oder Taille-Körpergröße-Quotient und dem Risiko für Erkrankungen, die mit starkem Übergewicht einhergehen. Für Kinder und Jugendliche war dieser Zusammenhang bisher noch weitestgehend unklar.

Hauptsächlich für pubertierende Jungen mit erhöhtem Taillenumfang ergab die Studie ein größeres Risiko, bereits erhöhte Leber- und Harnsäurewerte oder ein erniedrigtes HDL-Cholesterin zu haben. Außerdem war ein erhöhter BMI, v. a. während der Pubertät, mit einem größeren Risiko für eine Insulinresistenz verbunden. Die Messung des Taille-Körpergröße-Quotienten hatte gegenüber BMI und Taillenumfang keine zusätzliche Aussagekraft über das individuelle Erkrankungsrisiko.

Für die standardmäßigen pädiatrischen Untersuchungen empfiehlt Studienleiterin Dr. BLÜHER deshalb, "den Taillenumfang bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen, v. a. ab dem Pubertätsalter, immer mit zu messen, weil ein erhöhter Umfang bereits in diesem Alter Hinweise auf bestehende Begleiterkrankungen liefern kann." Wie bei Erwachsenen ist also auch bei Jugendlichen das bauchbetonte Übergewicht am schädlichsten. Da Jungen und Männer stärker dazu neigen, ist ihr Risiko für Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Arteriosklerose oder eine Fettlebererkrankung mit steigendem Bauchumfang erhöht.

Die Erhebungsdaten kamen vom Ulmer APV-Register (Adipositas-prospektive Verlaufskontrolle) geleitet von Prof. Reinhard HOLL. Das Register stellt ein Qualitätssicherungsprogramm der zertifizierten Adipositas-Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz dar. Es enthält derzeit Daten von ca. 82 000 übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen aus den drei Ländern. An der aktuellen Auswertung beteiligten sich neben der Universitätsmedizin Leipzig und dem IFB die Universitätsmedizin Berlin (Charité), die Universitätsklinik Ulm sowie weitere deutsche, österreichische und schweizerische Kliniken. Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR).
Literatur:
1. Blüher S, Molz E, Wiegand S et al. for the APV Initiative and the German Competence Net Obesity (2013) Body Mass Index, Waist Circumference, and Waist-to-Height-Ratio as Predictors of Cardiometabolic Risk in Childhood Obesity Depending on Pubertal Development. JCEM [Published online June 17, 2013, doi: 10.1210/jc.2013-1389]. Quelle: Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, Pressemeldung vom 17.07.2013 (12.08.13)

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