Ernährungsumschau
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Lebensmittel-Betrug auf der Spur

  • 12.09.2014
  • News
  • Redaktion

Auf dem 43. Deutschen Lebensmittelchemikertag vom 22. bis 24. September 2014 in Gießen werden neue Analysemethoden gegen Lebensmittelkriminalität präsentiert. Darunter zum Beispiel eine Arbeit von Forschern des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die dabei helfen soll, Weine unterschiedlicher Klimazonen zu identifizieren.

Viele Lebensmittel legen tausende Kilometer zurück, bevor sie in den Regalen der deutschen Supermärkte liegen. Für die Lebensmittelüberwachung bedeutet der weltweite Warenverkehr eine komplexe Detektivarbeit. Wein aus Argentinien könnte beispielsweise mit Restbeständen aus der EU vermischt und so verunreinigt werden. Der Lebensmittelchemiker Dr. Carsten Fauhl-Hassek vom BfR und seine Kollegen identifizieren die Reinheit von Weinen anhand eines individuellen Fingerabdrucks. Er könne dabei erkennen, ob ein Weintanker aus Australien Zwischenstopp in Indien gemacht hat, so Fauhl-Hassek. Außerdem hat der Forscher in den letzten Jahren daran mitgearbeitet, eine EU-Weindatenbank zu etablieren.

Im Bereich Fleisch sorgten die sogenannten Gammelfleisch-Skandale und Lasagne mit Pferdefleisch in den letzten Jahren für Aufsehen. Dr. Jens Brockmeyer von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster entwickelte mit seiner Forschungsgruppe eine weitere Methode zur Authentizitätskontrolle von Fleisch und Fleischprodukten. Sie soll schnelle Ergebnisse liefern und für den sofortigen Einsatz in Routinelaboratorien bestimmt sein. Informationen auf Lieferpapieren und Verpackungen seien damit überprüfbar.

Um diese und weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren, treffen sich Lebensmittelchemiker von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, aus der privaten und amtlichen Lebensmittelüberwachung sowie aus der Industrie auf dem 43. Deutschen Lebensmittelchemikertag in Gießen.

Das Programm der Tagung gibt es >> hier

www.gdch.de

Die könnte Sie ebenfalls interessieren: Metabolomik: neue Analysemethoden für die Metabolom-Forschung, Tobias Demetrowitsch, Karin Schwarz, Kiel. Aus: Ernährungs Umschau 7/14. PDF- Abruf >> hier

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