Ernährungsumschau

Forschungsprojekt: Wie gelangt Selen in die Schutzenzyme des Körpers?

  • 12.11.2001
  • News
  • Redaktion

Das Spurenelement Selen schützt den Körper vor Alterungsprozessen im Herz-Kreislauf-, Nerven- und Immun-System. Außerdem sollen Selen-Verbindungen der Krebsentstehung vorbeugen: Hochreaktive Sauerstoffverbindungen werden durch Selen haltige Enzyme abgebaut und unschädlich gemacht. Doch wie gelangt das Selen aus der Nahrung in die Schutzenzyme des Körpers? Wissenschaftler aus Würzburg vermuten, dass hierbei ein Selen reiches Protein im Blut eine Schlüsselrolle spielt.Ein durch die Deutsche Krebshilfe gefördertes Forschungsprojekt soll darüber Aufschluss geben.

Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Josef Köhrle und Dr. Lutz Schomburg, Abteilung für Molekulare Innere Medizin in der Medizinischen Poliklinik Würzburg, erhofft sich von der aktuellen Studie wissenschaftliche Hinweise für die Wichtigkeit einer ausreichenden Selenversorgung und damit für den krebsvorbeugenden Effekt dieses Spurenelements, denn der Einsatz von Selen zur Krebs-Vorbeugung ist nach wie vor umstritten. Zudem wollen die Forscher Strategien entwickeln, wie einer Minderversorgung mit Selen begegnet beziehungsweise ein Mangel an bestimmten Selenoproteinen behoben werden kann.

Dazu untersuchen die Wissenschaftler die molekularen Prozesse im Körper, an deren Ende die Synthese der Radikalfänger steht. Dabei haben sie ein bestimmtes Protein im Visier, das als Bindeglied zwischen dem Nahrungsselen und dem Selen in den Schutzenzymen fungieren könnte. Dieses "Selenoprotein" wird als Transport-Eiweiß und als Reservoir für Selen gehandelt und scheint außerdem selbst den Angriff reaktiver Sauerstoffverbindungen abwehren zu können.

Das könnte Sie interessieren
Gerstenfeld. © GYRO PHOTOGRAPHY/amanaimagesRF / Thinkstock
Gesundheitliches Potenzial von β-Glucan aus Gerste und Hafer weiter
Zwei Weintrinker. © Jupiterimages / Goodshoot / Thinkstock
Deutsches Krebsforschungszentrum veröffentlicht ersten Alkoholatlas weiter
Fast 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. © baloon111 / iStock / Thinkstock
Veganer haben breites Ernährungswissen – Risikokommunikation dennoch erforderlich weiter
Die individuelle Ernährung kann ein entscheidender Faktor für das Depressionsrisiko sein. © Marjan_Apostolovic / iStock / Thinkstock
Neuer Risikoindex für Depressionen entwickelt weiter
Sportsachen und Lebensmittel. © ProPHN
Beeinflussen wir die Ernährung oder die Ernährung uns? weiter
Als „Superfood“ feiert Ingwer aktuell ein Comeback. © Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock
Ernährungstrends, Heilmittel-Richtlinie und Ingwer weiter