Ernährungsumschau

Hunger im Überfluss - Bericht des Worldwatch Institutes

  • 14.04.2011
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  • Redaktion

Bild: © oekom verlag Noch immer hungert jeder sechste Mensch auf der Welt und die Preise für Nahrungsmittel sind in den letzten Jahren rasant angestiegen. Dies führt nicht nur dazu, dass sich die Zahl der Hungernden weiter erhöht, sondern hat auch soziale und politische Verwerfungen zur Folge.

Auch die Unruhen in der arabischen Welt sind mitversursacht von der Wut über teure Lebensmittel. Gleichzeitig werden so viele Nahrungsmittel produziert, wie nie zuvor. Doch wie kann eine Landwirtschaft jenseits des industriellen Agrarmodells eine steigende Weltbevölkerung ausreichend ernähren, ohne unsere Lebensgrundlage zu zerstören? Antworten auf diese Fragen sucht der Bericht zur “Lage der Welt 2011”, der sich in diesem Jahr mit neuen Strategien gegen Unterernährung und Armut beschäftigt. „Hunger im Überfluss“, Band 28 der renommierten Reihe, ist soeben in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch erschienen.

Die „Grüne Revolution“ hat in den letzten Jahrzehnten zu großen Steigerungen der Ernteerträge geführt. Vom Erreichen des UN-Milleniumsziels – der Halbierung des Welthungers bis zum Jahr 2015 – sind wir dennoch weit entfernt und vom Menschenrecht auf Nahrung sind weiterhin knapp eine Milliarde hungernder oder unterernährter Menschen ausgeschlossen.

„Nourishing the Planet“, ein von der Bill und Melinda Gates Stiftung gefördertes Forschungsprojekt des Worldwatch Institutes, nahm sich vor diesem Hintergrund zum Ziel, agrarwissenschaftliche Innovationen und kreative Lösungsmöglichkeiten zur Zukunft der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung zu erforschen. Über zwei Jahre hinweg besuchten namhafte Experten Projekte in 25 afrikanischen Ländern und förderten Erstaunliches und Zukunftsweisendes zu Tage: Die aus Armut und Hunger entstandenen, einfachen Innovationen der afrikanischen Bauern und das lokale und traditionelle Wissen in Kombination mit neuen Technologien zeigen, dass neue Ideen zur Sicherung der Welternährung vor allem bei den Ärmsten zu finden sind.

„Hunger im Überfluss“ präsentiert aktuelle, praktische Ansätze, von der Tropfenbewässerung über die Dachbegrünung bis hin zu Agroforestry, ökologischer Landwirtschaft und Urban Gardening. Diese Lösungsansätze gegen den Hunger sind umso wichtiger, da der Klimawandel die Situation bereits spürbar verschärft hat – Boden und Wasser werden zunehmend knapp. Neue Strategien gegen Hunger und Unterernährung in der globalen Landwirtschaft sind deshalb für unser aller Überleben notwendig. Der Bericht „Zur Lage der Welt 2011“ bietet hierzu inspirierende Ansätze, nachhaltige Alternativen und ermutigt durch vielfältige praktische Beispiele zum Handeln. Erhältlich ist der Bericht im Buchhandel oder unter www.oekom.de. Quelle: Pressemeldung des oekom verlags (14.04.11)

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