Ernährungsumschau

ACE-Getränke: Eine Gefahr für die Gesundheit starker Raucher?

  • 14.09.2005
  • News
  • Redaktion

Für das Gros der ACE-Getränke und Multivitaminsäfte gilt: Schon ein Glas genügt, um die Gesundheit von starken Rauchern und Herz-Kreislauf-Patienten zu gefährden. Das belegt ein aktueller Marktscheck der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die in Supermärkten und bei Discountern auf die Zutatenlisten von ACE-Drinks geschaut hat.

In diesen Getränken und vielen Multivitaminsäften findet sich als Zusatz Beta-Carotin, neuerdings oft auch als Provitamin A deklariert. Liefert etwa Karottenmark das Provitamin im Früchtesaft, bestehen nach den bisherigen Erkenntnissen keine Bedenken. Zur Gefahr für die Risikogruppen wird Beta-Carotin danach nur, wenn es Lebensmitteln isoliert zugefügt wird. Aus Studien geht hervor, dass bei starken Rauchern sowohl die Lungenkrebsrate ansteigt als auch die Zahl der Todesfälle bei bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunimmt.

Im jetzt von der Verbraucherzentrale NRW durchgeführten Marktcheck wiesen von 61 Produkten lediglich 6 kein isoliertes Beta-Carotin auf. Bei 38 Getränken genügt schon ein Standard-Glas (0,25 Liter), um die von Gesunheitsexperten empfohlenen 2 mg je Tag zu überschreiten. Dabei reicht die Spanne von 2,4 bis 6 mg. Trinken Personen aus den Risikogruppen 0,3 Liter, wird bei weiteren 17 Drinks Tagesration überschritten, mit 2,16 mg allerdings meist nur knapp.

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale ist das Verhalten der Getränkehersteller, weiterhin isoliertes Beta-Carotin in hohen Mengen zuzusetzen, besonders bedenklich. Denn ACE-Drinks und Multivitaminsäfte werden häufig in größeren Portionen als Durstlöscher getrunken. Wer an einem Tag eine 1-Liter-Flasche leert, kommt bei den extrem angereicherten Getränken auf 24 mg Beta-Carotin, das Zwölffache der Menge, die Gesundheitsexperten starken Rauchern und Herz-Kreislauf-Patienten zugestehen. (14.09.05)

Das könnte Sie interessieren
Frau nimmt Tablette. © Olha-Tsiplyar / iStock / Thinkstock
Mehr als 250 Milligramm Magnesium pro Tag nicht empfehlenswert weiter
Freut sich auf die neue Aufgabe: Dr. Andrea Lambeck. © Hans G. Ziertmann
Dr. Andrea Lambeck wechselt von der peb e. V. zum VDOE weiter
© ra3rn / iStock / Thinkstock
Ohne Quallenangabe weiter
Die Teilnehmer der Studie sollen im Abstand von vier Wochen zwei anonyme Online-Befragungen ausfüllen. © golubovy / iStock / Thinkstock
Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen verbessern weiter
Sender und Empfänger: Durch Ernährungskommunikation werden auch Werte und Einstellungen in Bezug auf Nachhaltigkeit vermittelt. © RyanKing999 / iStock / Thinkstock
Fortbildung zu chronisch-entzündlichen Erkrankungen weiter
Bei Reis und Reisprodukten kann eine Arsenbelastung nicht gänzlich vermieden werden. © HandmadePictures / iStock / Thinkstock
Verbraucherschützer kritisieren Baby-Produkte weiter