Ernährungsumschau
© Erwin Wodicka/BilderBox.com
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Fördern Spirituosen die Verdauung?

  • 14.12.2012
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  • Redaktion

Wer sich nach einem ausgiebigen Essen einen Verdauungsschnaps genehmigt, tut sich nur scheinbar etwas Gutes: Entgegen der weit verbreiteten Annahme verlangsamt Hochprozentiges die Verdauung.

Dass Spirituosen keine Verdauungshelfer sind, haben Schweizer Wissenschaftler des Universitätsspitals Zürich anhand eines Experiments gezeigt: 20 Testpersonen aßen jeweils 200 g geschmolzenen Käse mit 100 g Weißbrot. Ein Teil der Probanden trank dazu ein Glas Weißwein, den anderen Teilnehmern wurde eine Tasse Schwarztee gereicht. 1,5 Stunden nach der fettreichen Mahlzeit konsumierten die Weintrinker zusätzlich ein Gläschen Schnaps. Die Schwarztee-Trinker nahmen Wasser zu sich. Um herauszufinden, ob Alkohol die Verdauung ankurbelt, markierten die Forscher den Fonduekäse mit speziellen Marker-Molekülen (kohlenstoff-Isotop 13).

Mittels Atemtests verfolgten sie den Abbau der Moleküle im Magen und Darm und erfassten so die Geschwindigkeit, mit der die Mahlzeit verdaut wurde. Ergebnis: Wein-/Schnapstrinkern machte die Verdauung des Käsefondues wesentlich mehr zu schaffen, als den Tee-/Wassertrinkern. Der Alkohol des Digestifs verlangsamte die Verdauung und die Teilnehmer klagten über Völlegefühl. Sie verdauten den Käse langsamer als die Testpersonen, die Tee und Wasser zum Fondue tranken. Obwohl lediglich 20 Personen getestet wurden, weisen die Ergebnisse in eine eindeutige Richtung: Hochprozentiger Alkohol verzögert die Verdauung.

Hochprozentiger Alkohol vermittelt dennoch ein wohliges und entspannendes Gefühl nach einem deftigen Essen. Der Grund dafür: Alkohol erweitert die Blutgefäße und übt eine entspannende Wirkung auf Muskelzellen aus. Auch der Magen entspannt sich, das unangenehme Völlegefühl wird dadurch weniger. Die magenstimulierende Wirkung des hochprozentigen Digestifs ist also ein Mythos. Alkohol regt nur in geringen Konzentrationen (

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