Ernährungsumschau

Thallium in Mineralwasser

  • 15.03.2005
  • News
  • Redaktion

Nachdem in einzelnen natürlichen Mineralwässern Thalliumgehalte von bis zu 15 µg Thallium pro Liter nachgewiesen wurden, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) das Vorkommen von Thallium in natürlichen Mineralwässern toxikologisch bewertet. In einer Stellungnahme kommt das Institut zu folgender Empfehlung: Die Gesamtaufnahme an Thallium aus allen Quellen sollte pro Tag 10 µg nicht überschreiten.

Um das zu gewährleisten, sollten Mineralwässer, die für den menschlichen Konsum bestimmt sind, nicht mehr als 5 µg Thallium pro Liter enthalten. Diese Einschätzung basiert auf einem geschätzten Konsum von einem Liter Mineralwasser pro Tag. Bei einer kurzfristigen Überschreitung dieses Gehaltes ist zwar nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechen. Dennoch sollten Personen, die in stärker belasteten Gegenden leben oder durch ihren Beruf mit Thallium in Kontakt kommen, nur Mineralwässer trinken, die weniger als 2 µg pro Liter enthalten.

Thallium zählt zu den Schwermetallen. Es kommt überall in der Natur vor, auch in Lebensmitteln wie Gemüse, Trinkwasser und der Luft, meist jedoch nur in sehr geringen Mengen. Erhöhte Gehalte an Thallium können unter anderem in der Nähe von Zementwerken und Hüttenwerken gemessen werden. Die durchschnittliche täglich Thalliumaufnahme des Menschen wird auf 2–5 µg geschätzt. Das Schwermetall ist sehr giftig. Mit der Nahrung aufgenommen, wird es schnell resorbiert und im Körper verteilt. Es wirkt als Zellgift und hemmt verschiedene Enzymsysteme. Schon 1,5 µg Thallium pro kg Körpergewicht reichen aus, um Vergiftungssymptome auszulösen. Diese können von Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen über schwere Störungen des peripheren und zentralen Nervensystems bis hin zu Koma und Tod reichen. Unterhalb von 0,08 µg pro kg Körpergewicht wurden keine nachteiligen gesundheitlichen Effekte beobachtet, auch nicht bei langfristiger Zufuhr. (15.03.05)

Das könnte Sie interessieren
Lupinenfeld. © Foto Fraunhofer IVV
Fraunhofer Institut entwickelt Erfrischungsgetränk aus Lupinen weiter
Vegane Wurst auf Teller. © dourleak / iStock / Thinkstock
Fleischalternativen dürfen weiterhin "Schnitzel" heißen weiter
PD Dr. Volker Böhm. © Jan-Peter Kasper/FSU
Ehrung für Wissenschaftler Volker Böhm weiter
Gemüse und Fleisch. © tbralnina / iStock / Thinkstock
Fortbildung zur ketogenen Diät weiter
Baby und Mutter beim Stillen. © RomanovaAnn / iStock / Thinkstock
Forschungsvorhaben zum Thema Stillverhalten gestartet weiter
Jenaer Wissenschaftler liefern "fette Infos" für einen gesünderen Lebensstil weiter