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Wirkung von Rapsöl vergleichbar mit Olivenöl

  • 15.12.2014
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Ob Rapsöl eine vergleichbar positive Wirkung auf die Cholesterin- und Entzündungswerte des Körpers hat wie Olivenöl, testeten Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in einer Pilotstudie an übergewichtigen Männern. Nach vierwöchiger Diätphase stellte sich heraus, dass der Cholesterinwert bei Verzehr von Rapsöl sogar stärker sinkt. Zudem fand das Team vom DIfE Hinweise darauf, dass die Aufnahme von Rapsöl zwar kurzfristig die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen im Unterhautfettgewebe stimuliert, jedoch langfristig chronischen Entzündungsreaktionen entgegenwirkt.

Verschiedene Studien lassen annehmen, dass ein hoher Verzehr von Olivenöl, wie er im Rahmen einer mediterranen Ernährung üblich ist, übergewichtsbedingten Erkrankungen und chronischen Entzündungen vorbeugen kann. „Da Nordeuropäer Olivenöl nicht in dem hohen Maße verwenden wie Südeuropäer, wollten wir untersuchen, ob sich heimisches Rapsöl als Alternative anbietet, da es besonders reich an einfach-, aber auch mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Bisher fehlen Ernährungsstudien, welche die Wirkung beider Öle direkt miteinander vergleichen“, erklärt Michael Kruse, Erstautor der Studie, das Forschungsziel.

An der Pilotstudie nahmen 18 übergewichtige Männer (39 bis 63 Jahre) teil, welche die Mediziner nach dem Zufallsprinzip in zwei gleich große Gruppen aufteilten. Die Studienteilnehmer erhielten für vier Wochen zu einer ausgewogenen Kost entweder täglich 50 g raffiniertes Rapsöl oder kaltgepresstes Olivenöl (extra virgin), wobei beide Öle in etwa den gleichen Gehalt an Vitamin E und Polyphenolen aufwiesen. Die Teilnehmer sollten die Öle z. B. in Form von Salatsoßen oder Pesto verzehren.

Nach der vierwöchigen Diätphase hatten die Teilnehmer wie beabsichtigt weder ab- noch zugenommen. Im Vergleich zur Olivenölgruppe senkte sich der LDL-Cholesterinspiegel der Männer, die Rapsöl verzehrten, stärker. Ebenso sank der Gehalt an Gesamtcholesterin im Blut und die Leberwerte verbesserten sich (z. B. verminderte sich der Wert für das Enzym Aspartat-Aminotransferase um 18 Prozent, ein Marker für Leber- oder Gallenwegerkrankungen).

Im Nüchternzustand produzierte das Unterhautfettgewebe dieser Männer zudem deutlich weniger entzündungsförderndes Interleukin-6, wobei allerdings der Verzehr einer Testmahlzeit vorübergehend die Synthese dieses Botenstoffs stimulierte. „Dauerhaft erhöhte Interleukin-6-Spiegel, die oft bei Übergewicht zu beobachten sind, stehen im Verdacht, eine Insulinunempfindlichkeit der Körperzellen und Typ-2-Diabetes zu fördern“, erklärt Kruse. „Deshalb ist es gut, wenn das Fettgewebe nach der vierwöchigen Diätphase deutlich weniger dieses Botenstoffs synthetisierte als vorher.“ „Aus anderen Studien wissen wir zudem, dass durch Muskelaktivität, z. B. durch Sport, der Interleukin-6-Spiegel im Blut vorübergehend bis um das 100-fache ansteigen kann. Gleichzeitig ist bekannt, dass körperliche Aktivität Stoffwechselkrankheiten vorbeugt. Daher vermuten wir, dass der von uns beobachtete akute, aber kurzzeitige Anstieg der Interleukin-6-Synthese eher eine positive, hormetische Wirkung hat“, so Andreas Pfeiffer, Leiter der DIfE-Abteilung Klinische Ernährung.

Ein regelmäßiger Verzehr von Rapsöl steht den Ergebnissen dieser Pilotstudie nach der Wirkung von Olivenöl auf bestimmte Stoffwechselparameter also nicht hinterher. Größere Studien müssen die Ergebnisse jedoch untermauern.

Literatur:
1. Kruse M, von Loeffelholz C, Hoffmann D et al. (2014) Dietary rapeseed/canola oil supplementation reduces serum lipids and liver enzymes and alters postprandial inflammatory responses in adipose tissue compared to olive oil supplementation in obese men. Mol Nutr Food Res [DOI: 10.1002/mnfr.201400446] [accepted]

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

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