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Deutsches Trinkwasser: Grenzwerte nur selten überschritten

  • 16.02.2015
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Trinkwasser aus großen zentralen Anlagen besitzt in Deutschland eine sehr gute Qualität. Das ist das Ergebnis des aktuellen Berichts zur Trinkwasserqualität, den Umweltbundesamt (UBA) Mitte Januar veröffentlicht hat. Grenzwertüberschreitungen sind nach wie vor absolute Einzelfälle. Selbst der Problemstoff Nitrat erreicht im Trinkwasser seit mehreren Jahren nicht mehr den Grenzwert.

Bei fast allen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen halten mindestens 99 Prozent der überwachten Trinkwasser-Proben die strengen rechtlichen Vorgaben ein. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, resümiert: „Das Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken trinken – insbesondere aus größeren Wasserversorgungen ist es flächendeckend sogar von exzellenter Qualität. Außerdem wird es anders als Flaschenwasser sehr häufig kontrolliert – zum Teil gar täglich.“

Für Nitrat, das aus Kunstdünger und Gülle ins Grundwasser gelangen kann, bestätigen die neuen Daten den zuvor beobachteten rückläufigen Trend: Überschritten im Jahr 1999 noch 1,1 Prozent der überwachten Proben die Grenzwerte, liegt der Anteil seit 2009 bei nahezu 0 Prozent. Allerdings erlauben diese Daten zu Nitratgehalten im Trinkwasser keinen Rückschluss auf den Nitratgehalt im Grundwasser oder in Gewässern. Dort steigt die Nitratkonzentration durch die Düngeaktivitäten in der Landwirtschaft häufig sogar weiter an. Das Trinkwasser selbst ist fast überall unbelastet – nur ein Promilleteil der Trinkwasser-Proben aus den größeren Wasserversorgungen liegt in Deutschland über dem Grenzwert von 50 mg Nitrat/Liter.

Wasserversorger befürchten mehr Nitrat
Für die Einhaltung des Grenzwertes sorgen die Wasserversorger: Einige verdünnen zu stark belastetes Grundwasser mit unbelastetem Wasser und stellen so die Trinkwasserqualität sicher. Das UBA sieht beim Nitrat insbesondere die Landwirtschaft in der Pflicht, die Nitrateinträge zu senken. Denn die Wasserversorger befürchten, dass in ihrer Nähe bald nicht mehr genügend unbelastetes Grundwasser für die Trinkwassergewinnung bleibt. Dann müssten die betroffenen Wasserversorger das Nitrat technisch aus dem Grundwasser entfernen oder aus anderen Regionen holen. Im Extremfall könnte das pro Kubikmeter Wasser (= 1000 Liter) rund 1 Euro mehr für Verbraucher bedeuten. Ein Zweipersonenhaushalt mit 80 Quadratmetern zahlt dann nicht wie bislang durchschnittlich 95 Euro pro Jahr, sondern vielleicht 140 Euro.

Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten alle drei Jahre den oben genannten Trinkwasserbericht vorzulegen. In Deutschland betrifft dies rund 2 460 Wasserversorgungsgebiete (WVG; dazu zählt auch das dazugehörige Leitungsnetz und die häusliche Trinkwasser-Installation), in denen durchschnittlich jeweils mehr als 1 000 Kubikmeter Wasser am Tag geliefert oder mehr als 5 000 Personen versorgt werden.

Über die Trinkwasserqualität vor Ort informieren die lokalen Wasserversorger – oft auch tagesaktuell im Internet.

Umweltbundesamt (UBA)

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